Alcaidesa Links

Unsere Bewertung

4 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Wenn man in der Bildersuche einer großen Suchmaschine nach Golf und Costa del Sol sucht, werden einem großteils Bilder von einem Golfplatz mit Blick auf den Felsen von Gibraltar gezeigt. Auch viele Veranstalter von Golfreisen nutzen Fotos mit dem Felsen. Fast alle diese Fotos zeigen Loch 5 des Alcaidesa Links Platzes. Da diese Region bisher nicht zu meiner bevorzugten Destination gehörte, wollte ich bei meinem ersten Besuch hier natürlich auch diesen Platz spielen.

Über eine der reichlich vorhandenen Buchungsplattformen hatten wir recht schnell eine Startzeit für diesen in der Saison beliebten Platz bekommen. Da ich die Buchung einen Tag vorher mit dem Smartphone durchgeführt hatte, hatte ich nicht den vorgeschriebenen Ausdruck der Buchungsbestätigung. Die nette Dame hat uns dann aber doch spielen lassen. Da wir noch etwas Zeit hatten, tranken wir einen Cappuccino auf der Clubhausterrasse.

Die Anlage ist so, wie ich mir einen kommerziellen Golfplatz in Südspanien vorstelle. Guter Service, viele Carts für die Touristen, die dieses anscheinend verlangen und gute Trainingsmöglichkeiten. Für mich steht aber der Platz im Vordergrund. Da unsere Freunde Ziehtrolleys für uns hatten, benötigten wir auch kein Cart. Damit waren wir aber die große Ausnahme. Vielleicht war ein Cart ja doch nötig. Nachher würden wir mehr wissen.

Der Platz beginnt angenehm mit einem kurzen Par 5, welches auch noch bergab geht. Ich mag so etwas, wenn man zu Beginn erstmal Selbstvertrauen tanken kann. Nach dem langen Par 3 an Loch 2 wurde es dann doch anspruchsvoller. Viele Löcher waren etwas enger und hatten Schräglagen. An Loch 5 kam dann der erwartete Stau. Spieler machen viele Fotos und einfach zu spielen ist das Loch auch nicht. Dazu kommt noch ein Einheimischer, der an dieser strategisch günstigen Stelle gebrauchte Bälle anbietet. Loch 6 und der Anfang von Loch 7 sind dann nicht weiter erwähnenswert. Das Ende von Loch 7 kann dann zu unterschiedlichen Meinungen führen. Einige finden es ganz hübsch anzusehen. Ich auch, aber es ist für schwächere Golfer etwas unfair.

Loch 8 und 9 kommen mir vor, als hätte der Designer die Aufgabe bekommen, hier etwas zu bauen, wo man nicht unbedingt Golflöcher bauen müsste. Das Grün am Par 3 an Loch 8 ist aus meiner Sicht zwar breit genug, aber nicht tief genug. Zusätzlich ist ein Wassergraben vor dem Grün. Und wer zu kurz ist, dessen Ball ist verschwunden. Da alles recht langsam war an dem Tag, hatte ich Zeit zu schauen, was die Spieler vor uns machen. Von 12 Spielern landeten nur 2 auf dem Grün. 2 waren zu lang und der Rest musste in die Droppingzone. Natürlich kann man das so machen, aber ich denke immer man sollte allen eine Chance auf einen angemessen Score geben. Auch dem schwächeren Spieler.

Um zum Herrenabschlag von Loch 9 zu kommen, mussten wir eine nicht sehr kurze und steile Bergwanderung machen. Da wusste ich, warum so viele ein Cart hatten… Wir mussten erstmal ein wenig Luft holen, bevor wir abschlugen. Auch hier wird es viele gegeben haben, die das Fairway an diesem doch eigentlich kurzen Loch nicht erreicht haben. Man musste lang genug sein und präzise: Das Fairway war etwas enger und auch teils abschüssig. Immerhin bietet man sicher oft ein nettes Schauspiel für die Bewohner der großen Apartmentanlage rechts vom Loch.

Loch 10 und 11 sind ganz nett. Bieten mit dem Grün der 10 vor allen wieder einen netten Fotostop mit dem berühmten Felsen. Ansonsten sind es Transportlöcher zu meinem nächsten Kritikpunkt. Loch 12. Ein längeres, abschüssiges Par 3 (Herren 175m) mit einem See direkt vor dem Grün. Zudem sah man nicht, wenn man etwas zu kurz war, wo der Ball gelandet war. Die Sucherei führt natürlich zu Staus. Wir waren kurze Zeit mit 4 Viererflights auf dem Loch. Vielleicht hätte man dies anders lösen können.

Die nächsten Löcher waren dann nichts besonderes. Auf jeden Fall könnte ich mich ohne die Fotos an nichts besonders erinnern. Ausser dass wir an Loch 14 wieder sehr steil nach oben mussten. Das, was an Loch 5 die tolle Aussicht bergab produziert, mussten wir an diesem Loch wieder bergauf laufen. Das Par 5 an der 18 war dann für mich ein versöhnlicher Abschluss. Vor allem wegen des netten Grünkomplexes.

Nun denn. 5 Stunden für einen Platz, der für Herren nur 5500 Meter lang ist, ist doch eine recht lange Zeit. Und wer nicht gut zu Fuß ist und Konditionsprobleme hat, dem empfehle ich ein Cart zu mieten. Die Ausblicke hier sind natürlich wirklich toll. Aber der Platz hat mich etwas enttäuscht. Zudem ist es natürlich kein Links. Wer schon mal ein paar echte Linkskurse gespielt hat, wird wissen was ich meine. Wie das Restaurant ist, kann ich auch hier leider nicht sagen. Wir hatten wieder einen Tisch bei Marbella bestellt. Mussten daher wieder weg.

Fazit: Wem es sehr wichtig ist, auf einem Golfplatz tolle Blicke auf den Gibraltar Felsen zu haben, der ist hier genau richtig.

Gespielt am 10.11.2019

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