Baden Baden

Unsere Bewertung

4 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Eine Kur habe ich noch nie gemacht in meinem Leben. Dazu bin ich, obwohl ich mich nicht immer so fühle, noch etwas zu jung und anscheinend auch gesund genug. Was mich aber bei Roadtrips immer fasziniert hat sind alte, klassische Kurorte. Der Stadtkern und der Kurpark wurden oft vor der (vorletzten) Jahrhundertwende gebaut und diese alten, klassischen Kurorte waren auch wichtig für die Entwicklung des Golfsports in Deutschland. Aufgrund der Wünsche der vielen britischen und amerikanischen Gäste wurde oft ein Golfplatz gebaut. Um die ältesten deutschen Golfplätze mal alle gespielt zu haben, muss man daher auch ein paar klassische Kurorte besuchen. Mein nächster war Baden Baden.

Der Golf Club Baden Baden gehört zu den 10 ältesten deutschen Golfclubs. Gegründet wurde er 1901. Gespielt wurde aber anfangs an der Lichtentaler Allee mitten im Ort und dann im Ortsteil Oos. Ab 1929 spielte man dann auf dem heutigen Gelände. .Gebaut wurde Platz von Peter Gannon. Ein in Buenos Aires geborener ehemaliger Priester aus England. Golfplätze gebaut hat er meist in den Zwanziger Jahren. Die Mehrzahl davon in Italien. Sein bekanntester Platz ist Villa d’Este bei Como.

Der durchschnittliche Golfer, der sich die Scorekarte des Clubs anschaut, wird möglicherweise erstmal etwas fragend schauen. Was? Nur ein Par 64? Darauf kann ich nur sagen: “Na und”? Der Platz in Baden Baden gehörte für mich zu denen, auf denen ich mit am meisten Spaß hatte in 2020. Gut. Ab März war ich auch fast nur in Deutschland. Habe aber trotzdem über 40 neue Plätze gespielt. Und dieser Platz ist einer der wenigen, bei denen ich noch fast jedes Loch im Kopf behalten habe.

Nachdem man den Weg vom Parkplatz zum Clubhaus und zum Restaurant geschafft hat, blickt man über einen Teil des Platzes und denkt sich, dass dies eine anstrengende Runde werden könnte. War es dann auch. Und das, was man vom Clubhaus aus gesehen hat, war noch der flachere Teil. Nach Loch 10 war die Reisegolferin kaputt und drauf und dran, eine Pause zu machen und zu warten, bis wir wieder an der 15 abschlagen. Irgendwie hat sie dann doch weitergemacht und danach fast nur noch Par gespielt… Aber der Platz trotz der Anstrengung viel zu bieten.

Die 18 Löcher teilen sich auf in zehn Par 3, sechs Par 4 und zwei Par 5. Mit 4260 Meter von Gelb ist der Platz alles andere als leicht. Präzises Spiel und etwas Strategie sind hier nicht unwichtig. Da der Platz in einem Waldgebiet ist, gibt es sicher einige Löcher, bei denen man mal die Säge sägen lassen sollte. Aber im großen und ganzen ist der Kurs trotz der oft engen Bahnen fair. Löcher, die auf jeden Fall im Kopf belieben, sind:

  • Loch 4: 277 Meter Par 4. Sehr eng mit einem Wassergraben vor dem Grün
  • Loch 5: 513 Meter Par 5. Quasi ein Doppel-Dogleg mit enger Landezone
  • Loch 6: 182 Meter Par 3. Gefühlt so steil bergab wie lang
  • Loch 11: 207 Meter Par 4 mit extrem Dogleg links
  • Loch 14: 288 Meter Par 4 mit sehr engem Fairway

Dass die letzten 4 Löcher alles Par 3 Löcher sind, hätte bei mir wohl ein Stirnrunzeln verursacht, wenn ich vorher davon gelesen hätte. Hier aber störte es mich überhaupt nicht. Das passte alles. Die 18 mit dem Grün unterhalb der Clubhausterrasse ist dann ein netter Abschluss eines anstrengenden, aber angenehmen Platzes.

Fazit: Interessanter Platz, viel Abwechslung und sehr anstrengend

Gespielt am 03.09.2020

P.S.: Falls sich jemand über das Rating wundert. Der Platz ist gut und ich kann ihn nur empfehlen. Für ein höheres Rating ist er aber zu kurz.

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