Das war 2019: Unsere besten Plätze und Bilder

Im Jahr 2019 hätten unsere Lebensplanungen nicht unterschiedlicher sein können. Während der Reisegolfer das Frührentner-Dasein in vollen Zügen genossen und seinem Namen alle Ehre gemacht hat, musste sich der Linksgolfer mit zwei Reisen begnügen, die er dafür allerdings mit Weltklasse-Golfplätzen vollgestopft hat. Und so haben wir auch in 2019 zusammengezählt auf 82 verschiedenen Golfplätzen gespielt, 61 davon zum ersten Mal. Wie in jedem Jahr haben wir wieder unsere jeweiligen Top 5 zusammengestellt und dazu unsere 20 liebsten Golf-Fotos gestellt, die wir in den letzten 12 Monaten geschossen haben. Viel Vergnügen.

Der Reisegolfer 2019

1. Ballybunion Old

Was soll ich sagen? Einfach Weltklasse. Hier passte einfach alles. Vom ersten Loch mit dem Friedhof rechts des Fairways, über die großartigen Par 3 Löcher, die riesigen Dünen, die oft stark ondulierten Grüns bis zu der gebotenen Abwechslung. Meine vorher hohen Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Es fällt mir hier auch schwer, ein Lieblingsloch zu nennen. Es gibt einfach zu viele tolle.

2. Royal St. George’s

Ich war mir vorher nicht sicher, was ich erwarten sollte. Der Platz gilt als einer der kontroverseren Open Plätze bei den Teilnehmern. Manche mögen ihn gar nicht, manche lieben ihn. Ich gehören nach meiner Runde 2019 zu letzterer Kategorie. Ein fast perfekter Golflpatz, der alles hat, was ich an Linkskursen liebe. Einige blinde Schläge, großartige Grüns und den zweitgrößten Bunker in England. Ist etwas teurer, aber jedes Pfund wert.

3. West Sussex

Ein zauberhafter Golfplatz. Heideland. Fast jedes Loch macht viel Freude. Der Platz ist zu kurz für einen modernen Championshipplatz, aber er sorgt für viel Spaß. Was ihm an Länge fehlt, macht er mit den Grüns wieder wett. Die sind oft sehr groß und zudem mit clever platzierten Bunkern gut verteidigt. Ein Höhepunkt ist Loch 6. Ein knapp 200 Meter langes Par 3 mit einem See vor dem Grün, der zudem AUS gesteckt ist. Am schönsten ist der Platz Ende August, wenn die Heide in voller Blüte steht.

4. Tralee

Wie sagte Arnold Palmer über den von ihm designten Platz? Ich mag die ersten 9 Loch designt haben, aber Gott hat ganz sicher die zweiten 9 designt. Das ist zwar etwas übertrieben, aber sehr unterschiedlich sind die beiden 9 Loch doch. Die ersten 9 Loch sind wirklich sehr gut. Feine Löcher, Abwechslung und auch für schwächere Spieler gut spielbar. Die zweiten 9 sind dann aber richtig spektakulär. Es geht durch riesige Dünen und die Ausblicke kann man nicht anders als fantastisch bezeichnen.

5. Perranporth

Wenn es um Golfplätze in Cornwall, dem Sehnsuchtsort der Rosamunde Pilcher Fans geht, dann wird gerne über Plätze wie St. Enodoc oder Trevose gesprochen. Leider etwas im Hintergrund bleibt leider Perranporth. Der Platz ist ein Abenteuerspielplatz in hohen Dünen mit teils tollen Ausblicken. Der Platz kann ein Biest sein, er ist aber trotzdem nicht unfair.

Der Linksgolfer

1. Cruden Bay

Wie gut ist Cruden Bay? Nach der Runde in 2019 war ich kurz davor, die Overseas Membership für nur 365 Pfund im Jahr in Anspruch zu nehmen und jedes Jahr hier her zu pilgern. Die erste Bahn mag noch unspektakulär sein, aber ab der kurzen 2 reiht sich ein Highlight an das Nächste. An vielen Löchern möchte man einfach nur 5 Minuten am Tee oder auf dem Grün stehen, um alles auf sich einwirken zu lassen. Der Blick auf die bunten Häuser an der 3, der gigantische Hügel mitten auf der Runde, das einzigartige Grün der 14, ein blind zu spielendes Par 3 an der 15 und und und. Unvergesslich!

2. Pinehurst #2

Pinehurst #2 ist ein gutes Pflaster für Deutsche. Martin Kaymer gewann hier die U.S. Open und ich durfte eine der bemerkenswertesten Runden des Jahres 2019 spielen. Der von einem gewissen Commander-in-Chief als hässlich bezeichnete Platz ist einfach nur eine Perle des Golfsports. Wie Bill Coore und Ben Crenshaw #2 in den Zustand der 30er zurückgebaut haben, ist nicht nur ein Beispiel für Nachhaltigkeit sondern auch der Beweis, dass bereits die Architekten der Goldenen Zeitalters ein Verständnis von Strategie hatten, das sich bis heute nicht geändert hat. Donald Ross‘ Schildkrötenpanzer-Grüns sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber sie führen dazu, dass man sich über jeden Schlag Gedanken machen muss, statt blind drauf los zu donnern. Für mich das Zeichen eines herausragenden Designs.

3. Royal Aberdeen

Die Dünen mögen nicht so hoch sein wie bei Trumps nicht weit entferntem Golf Links, aber Royal Aberdeen beweist, dass man nicht die größten haben muss. Von der ersten Bahn, die direkt auf die Nordsee führt, versprüht der Platz ein waschechtes Links-Feeling. Das klassische In/Out-Routing trifft an seinem entferntesten Punkt auf den ebenfalls empfehlenswerten Murcar Golf Links, ist aber noch einen Tick besser. Das Bunkering ist stark, erhöhte Abschläge sorgen für tolle Ausblicke und die Grüns sind klug onduliert.

4. Harbour Town

Turnierplätze sind eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Meist liegen unendliche Wege zwischen Tee und Grün, weil die unfassbaren Längen der Profis berücksichtigt werden mussten. Und eine Runde auf ihnen fühlt sich meist mehr wie Arbeit als Spaß an. Nicht so Harbour Town. Der im Luxusresort Hilton Head Island gelegene Platz gehört mit knapp 7100 Yards zu den kürzesten auf der PGA Tour und trotzdem kommt der Sieger selten besser als 12 unter Par ins Clubhaus. Das Erstaunliche dabei ist, dass er dennoch auch für Amateure äußerst spielbar bleibt. Die Idealvoraussetzung, dass alle Spielstärken hier ihre Freude haben können.

5. Tobacco Road

Tobacco Road ist einer der verrücktesten Golfplätze, die man in seinem Leben spielen kann, und nach der Runde gibt es nur zwei Möglichkeiten: man liebt es oder hasst es aus tiefstem Herzen. Bei mir war Ersteres der Fall. Absurd ondulierte Grüns, blinde Schläge en masse, Waste Areas so tief wie der Grand Canyon, massive Höhenunterschiede und Bunker, die jede Menge Inselgrüns produzieren. Das Werk des viel zu früh verstorbenen Mike Strantz lässt niemanden kalt. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine der unvergesslichsten Golfrunden, die man je erlebt hat.

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