Das war 2020: Unsere besten Plätze und Bilder

Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnliches. Auch wenn wir Golfer im Vergleich zu anderen noch Glück in der Pandemie hatten. Die Plätze waren die meiste Zeit offen und der Sport hat geboomt. Doch was die Golfreisen anging, musste improvisiert werden. Eigentlich hatten wir uns bei SpieltGolf für 2020 vorgenommen Wales, die USA, West Irland, Finnland, St. Petersburg, England und Marokko golfend zu erschließen. Stattdessen wurde es Polen, Spanien, und vor allen Dingen Deutschland. Der Vorteil: unsere diesjährigen Lieblingsplätze sind fast alle schnell und einfach zu erreichen. Und für schöne Fotos braucht es zum Glück nicht fremde Welten sondern einfach nur gutes Licht oder ungewöhnliche Perspektiven.

Der Reisegolfer 2020

1. Chapelco, San Martin de los Andes

Bevor Covid 19 die Welt ein Atem hielt, konnte ich noch Teile von Südamerika erkunden. Der Fokus lag dabei auf Argentinien. Der aus meiner Sicht beste Platz dort war Chapelco in der Nähe von San Martin de los Andes. Ein sehr anständiger Jack Nicklaus Kurs in landschaftlich wunderschöner Umgebung.

2. Gut Wissmannshof

Meine positive Überraschung in Deutschland in diesem Jahr. Abwechslungsreiches Design, herausfordernd und schöne Ausblicke. Schon einiges besser als der Durchschnitt in Deutschland.

3. Club de Golf del Uruguay, Montevideo

Montevideo ist eine der entspanntesten Großstädte, die ich bisher kennenlernen durfte. Dazu passt auch der reizende Golfplatz mitten in der Stadt am Rio de la Plata. 1930 designed von Alister MacKenzie strahlt der Platz viel Sympathie aus.

4. Baden Baden

Baden Baden ist ein Klassiker, den so heute niemand mehr bauen würde. Viele Par 3, oft recht eng und immer rauf und runter. Aber die Runde macht wirklich viel Spaß.

5. GC Rhein-Main: Rheinblick

Ein Golfclub, der in seinen Anfangsjahren sogar einen Skiclub beheimatete. Dementsprechend kann man sich auch die Topographie des Platzes vorstellen. Dazu noch ein fast durchgängig gutes Routing.

Der Linksgolfer 2020

1. Sand Valley Polen

Hätte man mir am Anfang des Jahres erzählt, der Platz, den ich 2020 am häufigsten spielen werde, würde in Polen liegen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Aber in einem solchen Jahr ist eben alles anders. In zwei Wochenendtrips habe ich Sand Valley mehr als ein Dutzend Mal gespielt. Und die Tatsache, dass es auch beim zwölften Mal nicht langweilig geworden ist, sagt eigentlich alles über den extrem spielbaren und trotzdem zugleich herausfordernden Platz aus. Und was Preis/Leistung angeht ist Tony Ristolas Design in Europa vermutlich ohnehin unschlagbar.

2. San Lorenzo

Vielleicht haben drei Birdies meinen Blick getrübt, aber dieser Platz hat für mich die hochgelobten Plätze von Monte Rei und Valderrama, die ich kurz davor gespielt habe, übertrumpft. Zugegeben: Die Back 9 haben ihre Schwächen, aber die Front 9 sind ein großer Spaß. Und wenn ich an meinen Portugal/Andalusien-Trip zurückdenke, bleibt mir kein Loch mehr in Erinnerung als die 6 von San Lorenzo.

3. Monte Rei

Das Coolste an Monte Rei ist die Lage. Denn statt typischem Algarve-Golf in Meeresnähe bekommt man hier eine Lage in den Hügeln und einen stark ondulierten Platz. Alles an Monte Rei ist hochprofessionell und luxuriös. Das führt auf der anderen Seite aber auch dazu, dass alles sehr durchkalkuliert wirkt. Exzentriken und Originelles sucht man hier vergeblich, aber gerade das macht Plätze nun mal besonders. Doch was diesen Typus Platz angeht, gehört Monte Rei mit zu den Besten. Das Bunkering ist fantastisch und Jack Nicklaus hat nicht viele öffentliche Plätze in seinem Resumée, die viel besser sind.

4. Modry Las

Ich bin zugegeben kein großer Fan von ehemaligen Profigolfern als Platzdesignern. Für jeden Ben Crenshaw und Geoff Ogilvy gibt es zehn Ex-Spieler, die jedes Gefühl für Ottonormalamateur verloren haben. Auch Gary Player habe ich bisher zur letzteren Kategorie gezählt. Auch deshalb hat mich Modry Las nahe Stettin extrem positiv überrascht. Die Anlage ist top gepflegt, man bekommt immer eine Startzeit, und die Bahnen bieten viel Abwechslung und eine angenehme Herausforderung. So ist die 15 das wohl beste Par 3, das ich in diesem Jahr gespielt habe.

5. Real Club Valderrama

Viele behaupten, Valderrama ist der beste Platz Europas. Für mich ist er nicht mal annähernd der beste Platz, den ich 2020 gespielt habe. Das kann zwei Gründe haben: Ich habe keine Ahnung, oder Valderrama ist durch die Austragung des Ryder Cups und anderer großer Turnier gnadenlos überschätzt – gerade bei Golfplatztestern, die sich darüber freuen, dass sie das horrende Greenfee nicht zahlen müssen. Vermutlich ist es eine Kombination von beidem, aber ich fand Valderrama weder übermäßig herausfordernd (was sicher an der Jahreszeit gelegen hat) noch besonders originell vom Design her. Es gibt einige echt gute Löcher, beispielsweise sind die Par 5s mehr als ordentlich. Aber für diesen Ruf und dieses Greenfee muss da schon deutlich mehr kommen als ein hochgejazzter Resortkurs.

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