David Cannon: Golf Courses Great Britain and Ireland

Wenn es um den Kauf von Golfbüchern geht, handle ich recht intuitiv. Meist reicht eine positive Empfehlung oder ein Querverweis in anderen Büchern um mich zum Kauf zu animieren. Das Problem dabei: ich vernachlässige die Recherche über die Bücher ein wenig, was zu einigen Überraschungen führen kann. Wie im Fall von „Golf Courses: Great Britain and Ireland“. Nach einer positiven Erwähnung des für Getty Images tätigen Golffotografen David Cannon führte mich eine Internetsuche zu diesem Coffee-Table-Book, für das bei Amazon Deutschland mal eben schlappe 157 Euro aufgerufen werden. Ein stattlicher Preis, den man nicht einfach so mal eben hinblättert. Dummerweise wirkt das identische, nur halb so teure Buch bei der britischen Amazon-Dependance dadurch wie ein Mega-Schnäppchen weshalb der Maus-Zeigefinger gleich etwas lockerer sitzt.

Das böse Erwachen folgte drei Tage später als ein Paket vor der Haustür stand in dem der Internethändler für gewöhnlich Elektrogeräte verschickt. Nach einer kurzen geistigen Rückversicherung, dass ich in den letzten Tagen weder DVD-Player, AV-Receiver noch Mikrowelle bestellt hatte, fand sich tatsächlich am Boden des Pakets der 264-Seiten-Wälzer von David Cannon wieder. Merke für die Zukunft: Den Kauf eines Buches wie den Kauf eines Möbelstücks behandeln und zuvor auf die Maße achten.

Satte 47cm x 37cm misst das überdimensionale Buch, das anfangs noch mächtiger wirkt weil es in einer eigenen Schutzhülle aus Pappe daherkommt auf dessen Rückseite die Seriennummer des auf 3000 Exemplare limitierten Buches steht. Die gleiche Nummer findet sich wieder, wenn man die Hülle und das Buch öffnet. Denn unter dem Deckel versteckt findet sich ein von Cannon signierter Fotodruck des Titelbildes (Loch 10 des Ailsa Course in Turnberry).


Es ist ein beeindruckendes Gesamtpaket, das man mit diesem Buch geboten bekommt – und auf den größten Überraschungsmoment sind wir noch gar nicht zu sprechen gekommen. Denn wenn man sich so durch die Seiten und die herausragenden Fotografien von Cannon blättert, die meist quer über die gigantischen Doppelseiten dieses Buches gezogen sind, stolpert man plötzlich über einige „lose“ Seiten. Was auf den ersten, flüchtigen und erschrockenen Blick wie ein Verarbeitungsfehler wirkt, entpuppt sich letztlich als aufklappbare Seiten – in Bunnykreisen auch Centerfold genannt. Mal ist es nur eine Seite, die sich zur Seite klappen lässt, mal ist es eine Doppelseite – und immer fördert es ein einzelnes Panoramabild von Cannon zu Tage. Rekapitulieren wir das kurz noch einmal: Jede Seite des Buches hat eine Breite von 47cm. Die Bilder werden zum Teil über vier Seiten gezogen. Das macht nach Adam Riese Fotos, die etwa 1,80 Meter breit sind. Somit ist „Golf Courses Great Britain and Ireland“ quasi die Sixtinische Kapelle unter den Golf-Bildbänden.


Vier von diesen vierseitigen Fotos sind in dem Buch zu finden, dazu noch einmal drei auf drei Seiten aufklappbare Bilder. Die einzige Frage, die noch zu klären ist, ist wieso Sir Nick Faldo, Padraig Harrington und Kommentatoren-Legende Peter Alliss in diversen Shops als Autoren des Buchs verzeichnet sind. Ganz einfach: die drei sind gut mit David Cannon bekannt und haben jeweils eine sehr persönliche, einseitige Hommage an den Fotografen und seine Bilder verfasst. Davon abgesehen besteht das Buch zu 100% aus David Cannons Fotos: Golf Porn at its best.

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