Sergio Garcia hat das 81. Masters gewonnen. In einem beeindruckenden Duell mit Justin Rose legte der Spanier im 74. Versuch endlich seinen Major-Fluch ab. Während die Medien zurecht dieses monumentale Ereignis würdigen (und ein wenig zu sehr auf die “ausgerechnet an Seves 60. Geburtstag”-Drüse drücken), fasziniert mich ein komplett anderer Aspekt, der nur wenig mit dem Ergebnis zu tun hat: der Zauber des Masters. Warum schafft es Augusta National nahezu jedes Jahr, das größte sportliche Spektakel im Golfsport zu bieten?

In diesem Jahr lieferten sich Garcia und Rose ein Duell bis aufs metaphorische Blut. 2016 brach Jordan Spieth auf spektakuläre Art und Weise auf den Back 9 zusammen – ein Jahr nachdem er mit 18 unter Par Golf-Geschichte geschrieben hatte. 2013 beendete Adam Scott den australischen Fluch nach einem aufregenden Duell mit Angel Cabrera. 2012 sorgte Bubba Watson im Playoff gegen Louis Oosthuizen für einen der berühmtesten Schläge der Golfgeschichte. 2011 brach Rory McIlroy auseinander bevor Charl Schwartzel die letzten vier Löcher in Birdie spielte. 2010 rettete sich Phil Mickelson hinter einem Baum aus den Piniennadeln der 13. Und 2009 kam es zu einem Drei-Mann-Playoff.

Allerdings war dem nicht immer so. Drei Jahre zuvor hatte Augusta National versucht, sich den anderen Majors anzuschließen und mit allen Mitteln Par zu verteidigen. Resultat war eines der ödesten Masters aller Zeiten (2007) und mit Trevor Immelman einer der schwächsten Masters-Sieger aller Zeiten (2008). “Es ist nicht mehr das, was es einmal war”, klagte Tiger Woods anschließend. “Es gibt keine Jubelschreie mehr. (…) Ich vermisse es, dass die Jungs rausgehen und sich mit einer 31 auf den Back 9 den Titel holen.”

Die Beschwerden trafen auf fruchtbaren Boden. Seit 2009 präpariert Augusta National den Platz wieder so, dass die äußeren Gegebenheiten ein Spektakel zumindest möglich machen. Wie dies funktioniert, hat der letzte Sonntag gezeigt. Erst durfte Matt Kuchar mit einem Hole-in-One an der 16 kurz noch Titelträume hegen, dann riss Sergio Garcia mit einem Eagle an der 15 das Ruder herum und schließlich hatten sowohl Garcia als auch Rose an der 16 und 18 sehr realistische Birdie-Chancen.

Und dies ist der große Unterschied. Während bei der USGA eine Welt zusammenbricht, wenn der Sieger mit einem Ergebnis unter Par vom Platz geht, ist es den Herren in den Grünen Jacketts ziemlich egal, ob Sergio Garcia mit -9 oder -12 das Turnier gewinnt. Und das ist der Grund, warum das Masters das beste Golfturnier des Jahres ist. Es bietet nahezu allen Spielern – vom Amateur bis zum 60-Jährigen – eine realistische Chance, da es kein Rough gibt und das Spiel auf den Grüns und drumherum entscheidend ist. Aber vor allen Dingen zeigt es alle Facetten, die den Golfsport auszeichnen: von zittrigen Putts aus kurzer Entfernung bis hin zu spektakulären Rettungsschlägen, wie Sergios drittem Schlag an der 13. Die meisten der anderen Majors ergötzen sich daran, den Spieler vorzuführen, ihn leiden zu sehen. Nicht so in Augusta National. Das Masters wird gewonnen, nicht verloren. Und das ist etwas, was Sport auszeichnet. Das ist der Zauber des Masters.

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