European Tour: Back to Bahrain?

Ein Hauch von Gewissen? Eine politische Botschaft? European-Tour-Boss George O’Grady denkt laut der Nachrichtenagentur AP angestrengt darüber nach, das Volvo Golf Champions Turnier im kommenden Jahr nicht im Königreich Bahrain auszurichten. Nach den heftigen Unruhen und dem kompromisslosen Niederknüppeln der Opposition in dem totalitär regierten Land ist das wohl keine schlechte Idee.

Bei den Protesten kamen in den vergangenen Monaten bislang 30 Menschen ums Leben, einige verstarben im Gewahrsam der Sicherheitskräfte. Das Formel-1-Auftaktrennen in Bahrain wurde aufgrund der angespannten Lage im Februar abgesagt. Allerdings möchte der Boss der Rennserie, Bernie Ecclestone, möglichst schnell in das Königreich zurückkehren. Sobald sicher in das Land reisen kann, sollen die Boliden dort wieder an den Start gehen. In einem Interview mit Spiegel Online sprach der große Zampano davon, dass „die Formel 1 niemals politisch sein dürfe“. Weitere Rennen in Bahrain seien also vertretbar.

Auch O’Grady denkt wohl eher an die problemlose Ausrichtung des Turniers ohne Zwischenfälle als an ein Statement für Menschenrechte und mehr Demokratie. Er will noch mehrere Monate abwarten, bis die Entscheidung fällt, den Golfstaat wieder in den Tourkalender aufzunehmen. Wie sagt er so schön: „Bahrain steht unter ständiger Beobachtung.“

Es wäre schön, wenn O’Gradys Observationen dazu führen, dass die European Tour mehr moralisches Verantwortungsbewustsein als die Formel 1 an den Tag legt und  Bahrain die kalte Schulter zeigt. Und dann könnte auch gleich der Austragungsort China, in dem derzeit Künstler und Oppositionelle einfach so von der Bildfläche verschwinden, überdacht werden.

Leider wird es so wohl nicht kommen. Auch die European Tour wird wahrscheinlich das Geld dem Gewissen vorziehen. Traurig, aber wahr.

 

 

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