Gamble Sands

Unsere Bewertung

5 Linksgolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Gamble Sands war die größte golferische Herausforderung meines Lebens. Nicht, weil der Platz von David MacLay Kidd so schwierig ist – ganz im Gegenteil. Sondern, weil ich mich beherrschen musste, mein Eisen 7 nicht mehrfach meinem Mitspieler über den Schädel zu ziehen. Dass am Ende mit einer 80 trotzdem die beste Runde des Jahres heraussprang, steht exemplarisch für das größte Problem der 18 Löcher im Niemandsland des Bundesstaats Washington. Und es steht exemplarisch für eine Stiländerung bei David MacLay Kidd.

Als er gerade mal ein Twen war, erhielt der Schotte eine Chance von der mancher Golfplatzdesigner sein Leben lang nur träumen darf: Er erhielt den Auftrag, an einer unglaublichen Küsten-Location in Bandon, Oregon einen Platz zu bauen. Bandon Dunes schoss in den Bestenlisten nach oben und ebenso stieg der Ruf von MacLay Kidd. Doch der Newcomer war in seiner Entwicklung noch nicht gereift, er ließ sich dazu verführen, ultraschwere Plätze zu bauen. Die Grüns des Castle Course in St. Andrews wurden mittlerweile schon mehrfach entschärft, und die Golfer in Tetherow gingen vom Platz wie ein Preisboxer nach einem 12-Runden-Kampf.

Die Änderung seiner Design-Philosophie hatte vielleicht auch psychologische Gründe. So erzählte ein Angestellter von Bandon Dunes, MacLay Kidd habe erzählt, dass er seinen Frust an Golfern ausließ, weil er durch eine Scheidung ging. Doch vor Gamble Sands durchlief er eine Läuterung – und ließ das Pendel zu weit in die andere Richtung schwingen. Den besten Beleg dafür liefert Bahn 3. Auf dem bis zu 579 Meter langen Par 5 mit einem blinden Drive slicete ich meinen Abschlag dermaßen übel nach links, dass der Ball einfach verloren sein musste. Das Resultat des 50 Meter zu weit links geschlagenen Drive? Der Ball lag am Fairwayrand. Um sich den Maßstab dieses Lochs vorstellen zu können: alleine auf dieser Bahn hätte man einen Kurzplatz unterbringen können.

<b><a href=“https://www.gamblesands.com“>Der Platz</a></b> ist schlicht zu einfach. Und wenn das auf dieser Seite als Kritik geäußert wird, hat das schon etwas zu bedeuten. Schließlich propagieren wir immer wieder Spielbarkeit für alle Handicapklassen. Doch wenn dabei der spielerische und strategische Anspruch komplett verloren geht, geht auch der Spaß dahin. Und gäbe es an Loch 2 nicht einen fantastischen Ausblick auf den Columbia River, würden die meisten Löcher in der Erinnerung zu einer unidentifizierbaren Masse verschmelzen. Daran ändern auch vereinzelte Highlights wie die um eine riesige Waste Area designte Bahn 5 (Par 4, 473m) oder die von einem Fairwaybunker aufgesplittete 14. (Par 4, 400m) nichts.

So bleibt mir von Gamble Sands in erster Linie in Erinnerung, dass mich nach sieben Löchern ein Cart einholte. Darin ein Starter des Clubs, der ein paar Löcher spielen wollte. Seine erste Frage: „Was hältst Du von Trump?“ Was folgte, waren elf Löcher ungefilterter Fox-News-Bullshit-Bingo. Hier eine Prognose, dass Trump die Wiedervereinigung Koreas schafft, dort eine Verschwörungstheorie zum Nahen Osten. Dann ein Plädoyer für die Mauer, weil Mexiko ja nur die Drogendealer schickt. Kurz danach gefolgt von seiner Aussage, dass die ganze Arbeit im Golfclub, die keiner machen will, von Mexikanern gemacht wird. Unterbrochen wurde der politische Nonsens nur von Angebereien, dass er ja das halbe Jahr auf Hawaii lebt und ständig eine Frau nach der anderen klar macht. Selten zuvor habe ich mich nach 18 Löchern erleichterter in mein Auto gesetzt.

<b>Gespielt am:</b> 8.10.2018

Zusammenfassung
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Gamble Sands
Bewertung
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