GC Bad Kissingen

Unsere Bewertung

4 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Ich gehöre zu den Golfern, die gerne Listen abarbeiten. Das kann man machen, muss man aber nicht. Mir macht es Spaß zum Beispiel irgendwann alle Plätze in Schleswig-Holstein und Hamburg gespielt zu haben. Zur Zeit fehlen mir dort noch 5. Also vielleicht nächstes Jahr. Abgearbeitet habe ich u.a. vor ein paar Jahren alle Plätze im Ruhrgebiet. Eine andere wichtige Liste ist die der ältesten Plätze in Deutschland, auf denen man noch spielen kann. Und diese Liste führte mich dieses Jahr nach Bad Kissingen.

Bad Kissingen war um die Jahrhundertwende ein weltbekannter Kurort. Zaren, Kaiserinnen, Reichskanzler und Premierminister besuchten regelmässig den Ort. Der immer wieder anwesende damalige südafrikanische Premierminister regte den Bau eines Golfplatzes an. Da viele Gäste Golf spielten, fand die Idee viel Anklang. Der Club in Bad Kissingen wurde 1910 gegründet und der Platz wurde 1911 vom britischen Pro Cuthbert Strachan Butchart etwas südlich der Stadt an der Fränkischen Saale angelegt. Dieser Pro hat unter anderem West Hill südwestlich von London designed. Knapp 50 Jahre lang spielte man in Bad Kissingen auf 9 Loch. Ab 1961 erweiterte man schrittweise den Platz auf 18 Löcher. Seit 1969 kann man hier also einen 18 Loch Platz bespielen. Den heutigen Verlauf der 18 Bahnen kann man seit 1989 spielen. Da wurde der Platz das letzte Mal umgebaut.

Wir waren in Bad Kissingen, weil wir dort einen dreitägigen Gesundheitskurs gebucht hatten. So eine Gelegenheit, einen der ältesten deutschen Golfclubs zu spielen, konnte ich natürlich nicht sausen lassen. Die Startzeit organisierte ich beim einchecken in unserem Hotel. Dort gab es auch 20% Discount. Und Geld spare ich immer gerne. Nachdem die Koffer auf dem Zimmer waren, ging die Reisegolferin auf Erkundungstour im Ort und ich machte mich auf den Weg zum Club. Ich hätte zusammen mit einem anderen Herrn die erste Startzeit nach dem Herrennachmittag. Dieser wollte aber lieber alleine spielen. Also ging ich alleine los. 40 Minuten waren doch ein guter Puffer zu den Herren vor mir.

Auf den ersten 9 Loch gab es einige interessante Löcher zu spielen. Beispielsweise das Par 5 an der 7. Das schwerste und für mich auch seltsamste Loch auf den ersten 9. Ein Loch in einem Halbkreis rechts auf und ab mit Auspfählen an der rechten Seite. Und links sollte man auch nicht spielen. Da geht es steil bergab. Ein extremer Hook könnte einen wieder auf Loch 5 zurück bringen. Das nächste ungewöhnliche Loch war die 9. Ein “nur” 300 Meter langes Par 4, welches man bergab spielen muß. Man sollte schon sehr gerade spielen, um hier erfolgreich zu sein. Zudem ist es für mich das Loch mit einem der anstrengendsten Wege zum Abschlag, die ich bisher erleben durfte. Nach 2 Minuten recht steil bergauf musste ich erstmal etwas länger Luft holen, um meinen Abschlag machen zu können.

Übrigens hatte ich an Loch 8 den Viererflight vor mir erreicht. 4 Spieler, die nicht nach hinten schauten. Aber ich habe ja Geduld. Vor allem auf Reisen. Leider hatten die zweiten 9 bei den Löchern viel Durchschnitt zu bieten. Da dauert das warten noch etwas länger. Aber auch hier sind Löcher dabei, die man nicht vergisst. Erwähnenswert ist auf jeden Fall Loch 15. Eines der engsten Löcher, die ich bisher in meiner Karriere spielen durfte. Ein fast 400 Meter langes Par 4, bei dem links ein Wald und rechts die Saale war. Ein würdiger Abschluss war die 18. Ein nicht zu langes Dogleg rechts Par 4, bei dem der zweite Schlag auf das erhöhte Grün vor dem alten Clubhaus zu spielen war. Ende gut, alles gut. Das fränkische Bier nach der Runde entschädigt etwas für das viele warten. Und die Leute dort waren auch recht nett.

Fazit: Sollte man aus historischen Gründen und wegen der schrägen Löcher mal gespielt haben.

Gespielt am 26.08.20

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