GC Feldafing

Unsere Bewertung

6 Linksgolfer

6 Reisegolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Linksgolfer: Wenn wir gemeinsam eine Platzkritik schreiben, dann meist, weil wir mit einem festen Plan daran gegangen sind und in der Regel gemeinsam gespielt haben. Beim Golfclub Feldafing hatte allerdings der Zufall seine Finger im Spiel. Ich war am 29. Juni beruflich in München und suchte einen Golfplatz, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Und dank freundlicher Empfehlungen stieß ich auf den Golfclub Feldafing. Als ich dann Dir davon schrieb, kam auf einmal zurück, dass Du ihn am Tag davor gespielt hast. Wie kam es dazu?

Reisegolfer: Ich mache gerne im Juni mit der Reisegolferin eine Sommertour. Dieses Mal ging es für zwei Wochen durch die Alpen. Bei diesen Touren nutzen wir gerne 2-for-1-Gutscheine aus verschiedenen Kalendern gibt. In diesem Jahr war auch einer von Feldafing darunter. Da auch Föhr-Architekt Christian Althaus den Platz einmal positiv erwähnt hat, habe ich Feldafing mit eingeplant. Dass Du zu der Zeit auch dort bist, wusste ich natürlich nicht.

Linksgolfer: Wie ist der Club eigentlich mit Auto zu erreichen? Ich bin am frühen Morgen mit dem Golfbag auf dem Rücken über den Viktualienmarkt gelaufen, habe mich am Marienplatz in die S-Bahn gesetzt, knapp 45 Minuten bis zur Station Feldafing gebraucht und von dort dann 1,5 Kilometer durch den Ort an den Starnberger See runtergelaufen. Durchaus machbar, aber zumindest der Weg zurück ist nicht ohne. Ich habe nach der Runde im Sekretariat nach dem besten Weg zurück gefragt und verwirrte Blicke geerntet. Ich glaube auf die Idee sind bisher noch nicht so viele gekommen. Ich muss auch zugeben, dass der Weg zurück über die mehr als hundert Stufen zählende Himmelsleiter bei rund 30 Grad im Schatten auch nicht ohne ist.

Reisegolfer: Mit dem Auto ist es natürlich kein Problem. Wir kamen aus Radstadt im Salzburger Land und schafften die Strecke ohne Stau. Was dort immer eine Menge Wert ist. Genau wie die vielen Bäume im und um den Golfplatz im ehemaligen Schlosspark. Die vielen schattigen Plätzchen waren angesichts der Hitze Ende Juno füt Autofahrer ein echter Segen. Hier finden viele ein schattiges Plätzchen.

Linksgolfer: Was mir neben der von Dir schon erwähnten traumhaften Lage im Schlosspark als erstes positiv an dem Club aufgefallen ist, ist das sehr freundliche Sekretariat. Weil ich früh spielen wollte, hatte ich am Tag vorher angerufen und ein nettes Gespräch. Als ich dann um 8.30 Uhr zur Sekretariats-Eröffnung ankam, lieh man mir auf Vertrauensbasis einen Trolley, den ich nach der Runde im erst später öffnenden Proshop bezahlen sollte. Und als ich angesichts der Hitze fragte, ob das Restaurant schon offen sei, überließ mir die Clubmanagerin freundlich ihre eigene Wasserflasche. Gut, dass Greenfee von 90 Euro ist auch nicht ohne. Trotzdem ist das nicht selbstverständlich. Wie waren Deine Eindrücke abseits des Golfplatzes? Habt ihr das Restaurant getestet?

Reisegolfer: Das Sekretariat war wirklich sehr freundlich. Ich hatte vier Tage vorher dort angerufen und gefragt, ob es ein Problem ist, an einem Freitagnachmittag zu spielen. Kein Problem. Startzeiten hat man nicht und am Freitag ist meist nicht ganz so viel los. Genauso war es dann auch. Wir wurden freundlich begrüßt und man erklärte uns alles Wissenswerte. Das Greenfee ist während der Woche mit 70 Euro übrigens nicht ganz so teuer. Nach unserer Runde haben wir auch etwas gegessen und getrunken. Alles gut. Bis auf die Tatsache, dass das Tagesgericht, auf das ich mich schon vor der Runde gefreut hatte, leider ausverkauft war. Interessant fand ich übrigens, dass die dortige Gastronomie kurz nach unserem Besuch 30-jähriges Jubiläum feierte. Das hat man auch selten und zeugt meist von Qualität.

Linksgolfer: Auch der Club kann ja schon eine lange Historie vorweisen, die bis ins Jahr 1926 zurückgeht. 1962 wurde dann auf 18 Löcher erweitert, was Feldafing laut der Clubwebseite zum ersten 18-Loch-Platz Bayerns macht. In seinem heutigen Zustand befindet sich der Platz allerdings erst seit 22 Jahren. Dennoch fand ich, dass man das Gefühl hat, auf einem schon viel länger etablierten Routing zu spielen, oder?

Reisegolfer: Da stimme ich Dir zu. Während der Runde kommt es einem vor, als wäre der Platz schon ewig dort. In knapp 50 Jahren können Bäume sehr viel wachsen. Loch 11 befindet sich übrigens auf dem Fundament des ursprünglich von König Maximillian dort geplanten Schlosses. Wenn man als Gast dort spielt, sollte man sich einfach mal vorstellen, man spielt in eine Schloss.

Linksgolfer: Dafür braucht man nicht viel Vorstellungsvermögen. Denn auf einigen Löchern geben die Bäume einem wirklich das Gefühl, dass die Bahn über einen schmalen Flur führt. Du bist ja auch Linksgolf-Fan, aber Parkland-Plätzen gegenüber noch etwas positiver eingestellt als ich. Wie fandest Du die Enge, beispielsweise am Abschlag der 4. Es ist vermutlich nicht erlaubt aufgrund von Naturschutzbestimmungen, aber wenn es wäre: Würdest Du empfehlen, an einigen Löchern mal die Kettensäge anzulegen? Und wenn ja, an welchen?

Reisegolfer: Da fallen mir spontan zusätzlich zu Loch 4 noch ein paar andere ein. An Loch 2, dem ersten Par 3, könnte man ebenso mal etwas Licht schaffen wie am Abschlag von Loch 7. Und auf den zweiten 9 fällt mir die 12 ein. Man kann sicher auch diskutieren, ob die Bäume auf der Schlussbahn, die beim zweiten Schlag im Weg stehen, sein müssen. Aber das kann man alles vergessen. Der Park ist unter Naturschutz. Eigentlich darf man nichts verändern. Der Clubmanager erzählte mir vor der Runde, dass es extreme Auflagen gibt. Ist Dir eigentlich aufgefallen, dass der Platz auf der Website für Bogeygolfer beschrieben ist? Fand ich klasse. Das sieht man sonst nicht.

Linksgolfer: Ich habe ehrlich gesagt die Webseite vor der Runde nicht studiert. Aber Platzbeschreibungen für Bogey-Golfer wie uns finde ich ehrlich gesagt gar nicht so sinnvoll. Unsere Schläge landen doch nie da, wo sie hin sollen :-D
Ich überrasche Dich jetzt mal und sage Dir, dass ich den Platz zwar super eng fand und an ein-zwei Stellen auch seltsam geroutet – beispielsweise an der 13, wo eine 200 Jahre alte Eiche als Biotop eingezäunt ist und ich auch im Nachhinein nicht weiß, wie dieses Par 4 in Regulation zu spielen ist – aber in diesem Fall fand ich die dichte Bewaldung gar nicht so schlimm. Der Platz ist von hinten ein gerade mal 5726 Meter langes Par 71. Das heißt, ein Driver ist nur selten nötig. Und wenn ein Platz es schafft, mich – der berühmt dafür ist, auch auf engsten Plätzen 14 Mal den Driver zu zücken – dazu zu bringen, an 5-6 Bahnen mit einem Hybrid abzuschlagen und trotzdem anschließend einen machbaren Schlag ins Grün zu haben, dann ist diese Enge durchaus zu bewältigen. Lass uns mal über die besten Bahnen des Platzes reden. Hast Du Favoriten?

Reisegolfer: Bei der Enge des Platzes stimme ich Dir zu. Ich fand den Platz nur optisch eng. Die Fairways waren meist breit genug. Meine Favoriten sind schnell erzählt. Das sind:

  • Loch 4 mit dem erhöhten, engen Abschlag
  • Loch 7, das kurze Par 4 mit dem interessanten Grün
  • Loch 10, das Par 4 mit dem Blick auf den See
  • Loch 15 mit dem erhöhten Abschlag und
  • Loch 18, das Par 5 zum Clubhaus (trotz der Bäume)

Mir hat die Runde dort echt Spaß gemacht. Ich bin aber auch ein Freund von echten Parklandplätzen. Und etwas kürzere Plätze sind von mir als Shorthitter ja sowieso bevorzugt. Ich kann den Platz also für jeden empfehlen, der mal in der Region ist. Warst Du auch zufrieden mit Deinem Erlebnis dort?

Linksgolfer: Die 10 konnte ich leider nicht richtig spielen. Der Drive führt in eine Senke, durch die einer der vielen Wanderwege führt. Wenn man alleine spielt, muss man leider von rot abschlagen, da ansonsten niemand schauen kann, ob Fußgänger in Gefahr sind. Auf den Front 9 muss ich Dir bei den Favoriten zustimmen, besonders die kurze 7 ist toll, die man dank einer Speedpocket bei etwa 230 Metern auch mal driven kann. Ich mochte aber auch die S-förmige Bahn 9, ein bergauf führendes Par 5 von 447 Meter Länge. Das Signature Hole ist aber definitiv die 15 von deren Herrenabschlag man bei gutem Wetter das Alpenpanorama genießen kann. Auf den Back 9 mochte ich aber auch die Par 3s, besonders die bergab führende 16. Was mir übrigens auch positiv aufgefallen ist, ist der hervorragende Zustand der Grüns. Das ist bei Parkland-Plätzen aufgrund des vielen Schattens und der fehlenden Belüftung ja nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Ein Mitspieler, den ich auf der 11 aufgelesen habe, erzählte mir, dass der Club einen neuen Greenkeeper hat, der hier Wunderdinge verrichtet hat. Den Mann sollte sich Feldafing dauerhaft sichern.

Reisegolfer: Das stimmt. Die Grüns waren für einen Parklandplatz mit so vielen Bäumen wirklich gut in Schuss. Das erlebt man nicht oft. Also noch ein Grund mehr, den Platz mal zu spielen. Er ist ja auch für Golfer, die aus München kommen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Zusammenfassung
Gespielt am
Bewerteter Platz
GC Feldafing

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