Old Macdonald

Unsere Bewertung

8 Old MacDonald

Erklärung der Bewertungsskala

Old Macdonald, der vierte Platz des Bandon Resorts, ist das „Stranger Things“ unter den Golfplätzen. Die Netflix-Serie kann jeder gut finden, aber wer die 80er-Anspielungen versteht, hat mehr Spaß daran. Auch das Design von Tom Doak ist eine Hommage, in diesem Fall an Goldplatzdesign-Legende Charles Blair Macdonald. Natürlich hat jeder Golfer Freude an den Löchern, nicht umsonst sind sie Klassiker. Aber wer weiß, was ein Redan, ein Alps oder ein Biarritz ist, weiß die einzelnen Spielbahnen mehr zu würdigen.

Old Macdonald ist allerdings nicht einfach ein Klon wie der Tour 18 in Houston oder der Tribute Golf Club im texanischen The Colony. Doak hat lediglich die Design-Prinzipien übernommen und ihnen seinen eigenen Dreh verliehen. Natürlich wird keine dieser Inspirationen jemals den Ruhm des Originals bekommen. Aber da sich einige der Vorbilder auf privaten Plätzen befinden, werden die meisten von uns ihnen niemals näher kommen als hier.

Nach dem Auftakt mit einem an Loch 17 des National Golf Links of America angelehnten Par 4 mit Doppel-Plateau, folgt mit der zwei bereits der erste Klassiker. Der Name Eden macht deutlich, dass das Par 3 an Loch 11 des Old Courses angelehnt ist. Es erfordert vom Golfer einen Schlag mit mittlerem Eisen in ein von hinten nach vorne hängendes Grün, das von einem Topfbunker und weiteren Bunkern hinten und links verteidigt wird. Ein sehr gutes Replika-Loch, dem allerdings das Wasser im Hintergrund fehlt.

Auch Loch 3 basiert auf einem Par 3, dem 3. Loch von Royal St Georges. Hier ist es allerdings ein Par 4 mit blindem Drive über die namensgebende Sahara-Düne auf der der Ghost Tree thront. Das heimliche Wahrzeichen von Old MacDonald ist weithin sichtbar und ziert die coolsten Merchandise-Artikel von Bandon Dunes. Nach einem weiteren Par 4, bei dem man den Drive über einen Hügelkamm befördern muss, um es mit zwei Schlägen erreichen zu können, kommt das zweite Par 3. „Short“ fusst vom Prinzip auf Royal West Norfolks viertem Loch. Es ist die kürzeste Bahn des Platzes und besitzt eines der größten Grüns. Klingt simpel? Nun, das Grün fällt steil zur Front ab. Und wenn man nicht die richtige Ebene trifft, ist ein Drei-Putt fast garantiert. Klasse!

Loch 6 hat eine Art Hell Bunker von Loch 14 des Old Courses implementiert. Stärker ist aber die 7, ein Loch ohne berühmtes Vorbild. Das Par 4 führt uns Richtung Ozean, auf ein extrem erhöhtes Grün. Das von den Backtees 332 Meter kurze Loch ist das Highlight der Front 9 – nicht nur wegen des atemberaubenden Blicks, den man vom Grün und dem Tee der 8 hat. Das bergab führende Par 3 mündet in ein (nicht zu extremes) Biarritz-Grün mit einer Mulde in der Mitte.

Im Anschluss fällt die Qualität von Old Macdonald für einige Löcher spürbar ab. Die größte Enttäuschung sind dabei die Löcher 11 und 12, Road und Redan. Wer solche Namen benutzt, muss sich nun mal am Original messen lassen. Die 11 beweist, dass ein gutes Golfloch auch immer mit dem Setting zu tun hat. Ja, das Grün ist nah am Road Hole von St. Andrews. Aber so lange Bandon kein Hotel vor dem Tee baut, ist der Reiz deutlich geringer – und der strategische Anspruch auch nicht so hoch. Und das Redan, nach der 15 von North Berwick West, ist auch eher untypisch. Eigentlich sollte hier nur ein (Rechtshand-) Fade eine Chance haben. Aber hier führte auch ein gerader Schlag dazu, dass der Ball 75cm am Loch lag.

Erst mit der 14 geht der Spaß wieder los. Das Tom-Doak-Original ist ein kurzes, bergauf führendes Par 4 mit einem brutalen Bunker auf der ganzen linken Seite. Und danach folgt ein Kracher auf den nächsten. Die auf dem Schlussloch des National Golf Links basierende 15 ist ein brillantes Par 5 über extrem onduliertes Terrain auf ein Grün mit zwei Plateaus. Auch Alps, die 16, hat ein Vorbild auf dem NGLA. Der Schlag ins Grün führt blind über eine hohe Düne. Nur wer den Drive weit rechts platziert, kann die Fahne tatsächlich sehen. Die 17 ist schließlich ein exzellentes Par 5, das sich auf direkter Linie abkürzen lässt. Und das Par 4 der 18 mündest schließlich in ein tolles Punchbowl-Grün, das ich aus 100 Metern mit einem Chip in die linke Öffnung erreichen konnte. Toll!

Vermutlich werden nur absolute Golf-Puristen Old Macdonald auf eine Stufe mit den drei anderen Plätzen des Resorts stellen. Wer nicht wenigstens den Old Course und 1-2 andere Vorbilder gespielt hat, wird vermutlich nicht ganz so viel Spaß haben. Aber auch ohne dieses Wissen ist Old Macdonald nicht nur eine bloße Kopie sondern ein Original. Ganz wie „Stranger Things“.

Gespielt am: 12.10.2018

Zusammenfassung
Gespielt am
Bewerteter Platz
Old MacDonald
Bewertung
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