Pacific Dunes

Unsere Bewertung

9 Linksgolfer

Erklärung der Bewertungsskala

Wenn man wie ich seinen Jahresurlaub danach plant, die besten Golfplätze zu spielen, hat das auch seine Nachteile. In erster Linie natürlich finanziell. Aber es fällt auch immer schwerer, von einem Platz beeindruckt zu werden. Dies habe ich zum ersten Mal so richtig bei meiner Runde in Pacific Dunes gemerkt. Für Golf Digest und Golf Magazine ist er einer der drei besten öffentlichen Plätze der USA. Und doch haute er mich im direkten Nachgang nicht aus den Golfschuhen.

Erst später habe ich gemerkt, dass dies nichts mit der Qualität von Pacific Dunes zu tun hatte. Vielmehr habe ich von dieser Art Golfplätze in den letzten 24 Monaten einfach zu viele gespielt. Sand Valley in Wisconsin hat ebenfalls so ein minimalistisches Design. Und Cabot Cliffs auf Cape Breton hat Löcher, die zum Verwechseln ähnlich aussehen. Es ist nur menschlich, euphorischer zu reagieren, wenn man etwas zum ersten Mal sieht. Das macht es nicht leicht, Pacific Dunes fair einzuordnen.

Dass Pacific Dunes ein Weltklasse-Platz ist, ist aber unstrittig. Besonders die letzten 6 Löcher gehören zum Besten auf diesem Planeten. Die Front 9 hingegen passen nicht so ganz zu den illustren Rankings. Bahn 1 ist ein lockerer Driver-Wedge-Aufgalopp, dessen Schwierigkeit im recht kleinen, gut verteidigten Grün liegt. Auch Loch 2, ein Par 4 mit strategischen Fairwaybunkern auf dem kürzesten Weg, erhält Pluspunkte durch das sehr natürlich ondulierte Grün.

Das erste kleine Highlight kommt mit der 3. Vom Tee ist bereits der Ozean zu erkennen, der später noch häufiger ins Spiel kommt. Hier heißt es, den Fairwaybunkern aus dem Weg zu gehen und idealerweise einen Schlag ins Grün von der linken Seite zu lassen. Denn ein unangenehmer Bunker verteidigt die rechte Hälfte. Mit der 4 folgt schließlich das erste Postkartenmotiv. Das von den Backtees 423 Meter lange Par 4 schlängelt sich an den Klippen entlang und ist ein Albtraum für Rechtshand-Slicer. Die 5 ist das einzige Par 3 auf den Front 9 (die Back 9 hat gleich vier One-Shotter) und leider das schwächste des Platzes. Das gleicht die kurze 6 aber aus.

Das unter 300 Meter kurze Par 4 sieht simpel aus, schließlich ist das Fairway 80 Meter breit. Aber rechts lauert Gefahr. Und wer den einfachen Weg über die linke Seite wählt, muss einen blinden Schlag auf ein erhöhtes Grün ausführen bei dem die Distanzkontrolle durch eine optische Täuschung ausgehebelt wird. Zu kurz und der Ball rollt zurück. Zu lang und er rollt einen tiefen Abhang hinunter. Mit der 7 und der 8 nimmt sich <b><a href=“https://www.bandondunesgolf.com/golf/golf-courses/pacific-dunes“>der Platz</a></b> noch einmal eine Atempause bevor der Golfer mit Highlights bombardiert wird.

Die 9 wartet dabei mit zwei möglichen Grüns auf. Die Distanz ist mit 371 Meter für beide gleich. Aber das linke Grün liegt auf einer tieferen Ebene und spielt sich dadurch kürzer. Welches Grün bespielt wird, beeinflusst auch den Abschlag für die 10. Hier ist natürlich der Blick vom höheren attraktiver, lässt er doch das Meer im Hintergrund des Par 3s mehr ins Auge stechen. Mit seinem Hügel in der vorderen Mitte des Grüns bietet die 10 eine ganz andere Verteidigung als das darauf folgende Par 3. Die 11 bestraft zu kurze Schläge gnadenlos mit einer Bunkerlandschaft – und wer wie ich im kleinsten von ihnen landet, kommt dort nie mehr raus.

Nach einem Par 5, dessen bemerkenswertestes Feature das vor einer Düne gelegene Grün ist, folgt mit der 13 das nächste Weltklasse-Loch. Auch hier sitzt das Grün neben einer Düne. Diese ist aber freigelegt und wird so zu einem natürlichen Sandbunker. Dass sich das Par 4 rechtsseitig an den Klippen entlang bewegt und mit optischen Täuschungen arbeitet, macht es nur reizvoller. Die verdeckte rechte Fairwayseite verleitet den Golfer dazu, den Ball näher an die Klippen zu spielen als notwendig. Und beim Schlag ins 45 Meter tiefe Grün ist es schwierig, die Position der Fahne richtig einzuschätzen.

Schwierig ist auch das richtige Wort für die 14, die eine Variation des Postage Stamp Grüns ist. Das kürzeste Loch des Platzes führt auf eines der kleinsten Grüns. Das Problem: weil es so kurz ist, wird ein Schläger mit viel Loft gebraucht – und hier ist der Ball aus jeder Richtung den Elementen voll ausgesetzt. Hinzu kommt, dass das Grün zu allen Seiten stark abfällt. Nach einem erneut nur durchschnittlichen Par 5 kommt schließlich mit der 16 mein persönliches Highlight. Der Sexappeal erschließt sich sicher nicht jedem, da kein Ozean in Sicht ist. Aber das unfassbar schön ondulierte Fairway macht das kurze Par 4 zu einem Meisterwerk. Und der Schlag ins Grün ist ein echter Test, da alle zu kurzen und zu weit rechts geschlagenen Bälle brutal bestraft werden.

Mit der Redan-artigen 17 und dem besten Par 5 des Platzes kommt die Runde zu einem sehr guten Ende. Ist Pacific Dunes einer der besten 25 Plätze der Welt? Vermutlich nicht ganz. Aber von den 18 Löchern habe ich zehn auf der Scorekarte mit einem Ausrufezeichen für ihre Qualität versehen. Das können nicht viele Plätze, die ich bisher spielen durfte, von sich behaupten. Auch nicht die anderen drei Plätze des Bandon Resorts. Wer also nur einen der Kurse spielen kann, sollte sich für Pacific Dunes entscheiden.

Gespielt am: 11.10.2018

Zusammenfassung
Gespielt am
Bewerteter Platz
Pacific Dunes
Bewertung
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