PGA Tour Awards 2015

Die Spieler der PGA Tour haben entschieden: Jordan Spieth ist ihr Player of the Year und Daniel Berger ist ihr Rookie of the Year. Über Jordan Spieth gibt es keine Diskussion, aber zumindest an der Wahl von Daniel Berger kann man berechtigte Zweifel haben. Und warum gibt es eigentlich nur zwei Preise? Man kann doch noch so viel mehr Spieler mit den PGA Tour Awards 2015 auszeichnen…

Spieler des Jahres: Jordan Spieth

Nachdem Jason Day zum Ende der Saison noch einmal richtig aufgedreht hat, wurde die Tour Championship in der Öffentlichkeit zum Shootout um den Titel des Spielers des Jahres erklärt. Dass es so weit kommen würde, hätte niemand gedacht nachdem Jordan Spieth zwei Majors gewann und an zwei weiteren nur knapp vorbeigeschrammt war. Doch wenn es darauf ankam, war auf Spieth Verlass. Er ließ seine Mini-Krise hinter sich, dominierte Jason Day und ließ keine Fragen offen, wer denn wohl der beste Spieler des Jahres ist.

Rookie of the Year: Justin Thomas

Der offizielle Preis ging an Daniel Berger, weil er als 11. des FedEx-Cups höher platziert ist als Justin Thomas, der nur 32. wurde. Aber dies liegt nur daran, dass Berger als Zweiter der BMW Championship sein bestes Ergebnis des Jahres in den Playoffs hatte. Alles andere spricht für Thomas: Berger verpasste 14 Cuts, Thomas 7. Berger kam bei seinen beiden Major-Starts nicht ins Wochenende, Thomas wurde bei seinem einzigen Major-Start 18. Thomas war bei 15 gemeinsamen Starts besser, Berger bei 12. Thomas ist beim Scoring Average 16., Berger nur 45. Aber die Profis sind nun mal bequem und gehen beim Kreuzemachen nicht in die Tiefe.

Most Improved Player: Danny Lee

Ein harter Zweikampf mit Paul Casey, aber am Ende war die Verbesserung des Neuseeländers dann doch noch einen Tick besser. Er verbesserte sich im FedEx Cup von 88 auf 9, verfünffachte sein Preisgeld von knapp 800.000 Dollar auf rund 4 Millionen Dollar und hatte statt einer Top 10 einen Sieg (mit sieben weiteren Top 10s) zu Buche stehen. Dass er in der Weltrangliste in diesem Jahr von 220 auf 36 sprang, war da nur logisch.

Größter Absturz: Adam Scott

Auf den ersten Blick gibt es zwei Spieler, die im Vergleich zu 2014 vielleicht am meisten verloren haben. Aber sowohl bei FedEx-Cup-Sieger Billy Horschel als auch beim eineinhalbfachen Majorsieger Martin Kaymer war zu erwarten, dass sie zurückfallen würden (wenn auch nicht so stark wie bei Kaymer). Bei Adam Scott kam es hingegen völlig unerwartet. Mit vier Top-5-Resultaten auf der Australasian Tour ging er eigentlich in Topform in die neue Saison, doch auf der PGA Tour kam dann nicht mehr viel. Statt zehn Top 10s gab es nur drei und im FedEx Cup ging es von 12 auf 106 nach unten. Und das alles, obwohl er noch eine letzte Saison seinen geliebten Broomstick-Putter benutzen durfte.

Mr. Putt Putt: Jason Day

Das Gefühl sagt, dass Jordan Spieth der beste Putter des Jahres war, die offiziellen Zahlen sagen, dass Aaron Baddeley, Jimmy Walker und Daniel Summerhays alles gelocht haben, was ihnen unter den Putter kam. Doch die offiziellen Zahlen beinhalten nicht die Major-Turniere, da diese nicht von der PGA Tour ausgetragen werden. Mark Broadie, Erfinder von Strokes Gained Putting, führt die Zahlen jedoch für alle Events und nach ihnen ist Spieth „nur“ der neuntbeste Putter der Saison. Day war vor der Tour Championship Zweitbester und ist trotz einer relativ schwachen Leistung bei der Tour Championship immer noch vor Spieth geblieben. Und angesichts Days unfassbarer Zahl an gelochten Putts aus allen Lagen und Entfernungen seit der PGA Championship hat er den Award verdient.

Bester Driver: Dustin Johnson

In den letzten Wochen war Jason Day klar der beste Driver auf der Tour: Wie er bei der PGA Championship aggressiv in die schmalsten Stellen mit dem Driver geprügelt hat, war beeindruckend. Aber über die Saison gemessen, hat einfach Dustin Johnson mit seiner spielerischen Leichtigkeit die Nase vorn – wenn auch nur hauchdünn.

Scrambled Eggs Award: Steven Bowditch

Übung macht den Meister: So auch bei Steven Bowditch. Der Australier hatte nicht gerade Zielwasser getrunken und verfehlte 678 Grüns. In 65% der Fälle rettete er dennoch das Par, weil sein Ball im Schnitt 7’1 Fuß nah am Loch landete. Der Grund dafür: Mit 22 Hole Outs hatte er mehr als jeder andere auf der PGA Tour.

Sandmännchen des Jahres: Kevin Na

63,19% – so oft schaffte Kevin Na das Up and Down nachdem er im Bunker lag, obwohl er mit 144 Versuchen deutlich mehr als seine engsten Verfolger hatte. Nun ist es bei Sand Saves nicht immer leicht zu sagen, ob es am guten Bunkerspiel oder am guten Putten liegt. Im Fall Na ist die Sache jedoch ziemlich deutlich. Mit 7’2 Fuß Abstand zum Loch nach dem Bunkerschlag liegt er in den Top 5, bei den Strokes Gained Putting ist er nur im oberen Mittelfeld.

Iron Man des Jahres: Henrik Stenson

Die Rechnung ist relativ einfach: Henrik Stenson belegt bei den Strokes Gained Tee to Green den zweiten Platz. Aber wie Mark Broadie bestätigt, sind seine Drives dabei deutlich weniger wert als beispielsweise die von Jordan Spieth.


Da Stenson zusätzlich auch noch die klassische Statistik Greens in Regulation anführt, kann man dem Schweden trotz seines Shanks in der Schlussrunde der Tour Championship diesen Preis geben.

Taxifahrer des Jahres: Aaron Baddeley

Den Zweiten kann jeder Taxifahrer, lautet ein beliebter Spruch auf dem Golfplatz, nachdem man den ersten Drive verzogen und den zweiten Mitte Fairway geballert hat. Nun, Aaron Baddeley kann das alles toppen.

Angeber des Jahres: Brian Harman

Mad Men Award: Johnson Wagner

Auch wenn Johnson Wagner mit seinem Porno-Bart aussah, als wäre er ein Fan der 70er, sind bei seinem Golfspiel eher die 60er angesagt. Von der Greenbrier Classic bis zur zweiten Runde der Canadian Open spielte er 14 Runden in Folge in den 60ern – kein anderer hatte diese Saison mehr.

Flummi of the Year: Jason Day und Oscar Fraustro

Jason Day hat dieses Jahr nicht allzuviele Bogeys gemacht. Aber wenn, dann hat er es sehr schnell wieder wett gemacht. In 34,44% aller Fälle ließ er ein Birdie folgen – Spitzenwert auf der PGA Tour. Das Gegenstück dazu lieferte Oscar Fraustro: Auf 24,72% seiner Birdies ließ er unmittelbar einen Schlagverlust folgen.

Adlerauge des Jahres: Brooks Koepka

20 Eagles gelangen dem amerikanischen Himmelsstürmer in 84 Runden. Im Schnitt feierte Brooks Koepka alle 73 Löcher einen doppelten Schlaggewinn – alles Spitzenwerte in diesem Jahr auf der PGA Tour.

Sonntagskind des Jahres: Robert Streb

Rein nach Zahlen hat Will Wilcox mit 67,82 Schlägen den besten Sonntags-Durchschnitt auf der PGA Tour. Aber Wilcox spielte diese Saison gerade einmal in elf Schlussrunden mit. Robert Streb hingegen hatte mehr als doppelt so viele Auftritte am Sonntag: 25. Und mit einem Durchschnitt von 68,64 war er dort ebenfalls absolute Spitze.

Out of my League Award: Jim Renner

Als 113. der Geldrangliste im Vorjahr hatte sich Jim Renner gerade so die erneute Mitgliedschaft auf der PGA Tour gesichert. Doch mit jedem seiner 27 Starts wurde immer deutlicher, dass Renner überfordert ist. Sein bestes Ergebnis war ein 47. Platz bei der zweitrangigen John Deere Classic. In seinen 68 Runden, die er in diesem Jahr spielte, war es im Schnitt 1,47 Schläge schlechter als das Feld. Die wahre Verkörperung des People’s Golfer…

Ménage à trois Award: Lucas Glover

Bei jedem Turnier gibt es eine Grafik auf der steht: Spieler XY ist seit Z Löchern ohne Dreiputt. Lucas Glover hat in diesem Jahr garantiert nicht so eine Grafik bekommen. Kein anderer Spieler kassierte mehr Dreier auf dem Grün als der ehemalige US-Open-Sieger. Auf 5,49% seiner Löcher – im Schnitt also pro Runde einmal – ging er mit einem Putt zuviel vom Loch.

Rocket Man Award: Justin Thomas

Unter den vielen absurden Statistiken, die es auf der PGA Tour Seite gibt, ragt eine besonders heraus: Apex Height. Hier wird der höchste Punkt der Flugkurve gemessen und ein Wert sticht in dieser Saison hervor. Bei einem seiner Turnierauftritte schaffte es Justin Thomas, seinen Ball auf 301 Fuß 2 Inch (umgerechnet etwa 92 Meter) in die Höhe zu katapultieren – 40 Meter höher als jeder andere Golfball in dieser Saison.

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