Ryder Cup 2012: Wen wählt Davis Love III?

Mit dem Ende der PGA Championship stehen zwei Drittel des amerikanischen Ryder Cup Teams, denn die Qualifikationszeit um in das Team von Medinah zu kommen ist abgelaufen. Tiger Woods, Bubba Watson, Jason Dufner, Keegan Bradley, Webb Simpson, Zach Johnson, Matt Kuchar und Phil Mickelson heißen die acht Spieler, die bereits ihre Koffer für Ende September packen dürfen. Damit laufen die Amerikaner mit drei Rookies auf – ungewöhnlich wenig für die USA, die die letzten drei Ryder Cups im Schnitt fünf Rookies dabei hatten. Für Kapitän Davis Love III beginnt die Arbeit jedoch erst jetzt, denn er muss noch vier Spieler auswählen, die seine Auswahl komplettieren sollen. Erst am 4. September wird er seine Wahl bekannt geben um gegebenenfalls auf einen heißen Lauf eines Spielers reagieren zu können. Bis dahin hat er immerhin noch die ersten beiden Playoff-Turniere um den Fed-Ex-Cup zur Ergebnisfindung.

Doch warum so lange warten? Davis Love III muss sich vielleicht noch zweieinhalb Wochen gedulden, aber an dieser Stelle kann man ja schon mal fleißig herumspekulieren. Obwohl: Wenn man ganz ehrlich ist, gibt es eigentlich wenig Raum für Spekulation, denn die Captain’s Picks stellen sich fast alleine auf. Große Überraschungen dürfte es eigentlich keine geben. Hier also die Prognose welche Namen Davis Love III auf seiner Pressekonferenz aus dem Hut zaubern wird.

Steve Stricker

Wenn sich Stricker nicht verletzt, ist er zu 100% in Medinah dabei – das hat Davis Love III schon mehr als einmal angedeutet. Nicht nur, weil Stricker bei der PGA Championship lediglich ein Schlag gefehlt hat um Phil Mickelson aus den Direkt-Qualifikationsrängen zu werfen. Mit Stricker hat er jemanden, der schon zwei Ryder Cups und vier Presidents Cups mitgemacht hat. Und vor allem hat er einen logischen Vierer-Partner für Tiger Woods an dessen Kombinierung mit anderen Spielern schon so mancher Amtsvorgänger von Love gescheitert ist.

Jim Furyk

Auch Jim Furyk hat von Davis Love III seinen Platz schon so gut wie garantiert bekommen. Schließlich ist kaum einer erfahrener als der 42-Jährige. Seit 1997 war er an allen sieben Ryder Cups dabei, seit 1998 an allen Presidents Cups. Zwar wirkt seine Ryder-Cup-Bilanz mit 8 Siegen und 15 Niederlagen nicht gerade Vertrauen erweckend, aber in den Einzeln ist Furyks Bilanz mit 4:2 deutlich positiv. Und die von ihm Geschlagenen waren dabei wahrlich keine Eierschaukler, zu ihnen zählten beispielsweise Sir Nick Faldo und Sergio Garcia. Aus diesem Grund spricht alles dafür, dass Furyk auch 2012 dabei sein wird.

Hunter Mahan

Schon irre: Da gewinnt der Mann dieses Jahr zwei Turniere und schafft es trotzdem nicht auf die Direktplätze -obwohl er das deutlich bessere Jahr hatte als der knapp vor ihm platzierte Mickelson. Dass Mahan das Justin-Rose-Schicksal blüht und er sogar beim Captain’s Pick ignoriert wird, sollte eigentlich nicht passieren. Die Europäer erinnern sich vielleicht noch mit Häme an Mahans Chip auf Loch 17 im letzten Ryder Cup, für die Amerikaner ist dies jedoch längst vergessen. Schließlich zählte zu den beiden Turniersiegen Mahans auch eines, das für die Überlegungen von Davis Love III sehr wichtig sein wird: das Accenture Match Play. Allein aus diesem Grund führt an Mahan kein Weg vorbei.

Rickie Fowler

Fowler hat ein Problem: Er ist der 12. der US-Rangliste und die drei vor ihm gelegenen werden mit ziemlicher Sicherheit Captain’s Picks. Würde Davis Love III jetzt auch noch Fowler nehmen, hätte er auch gleich auf sein Wahlrecht verzichten können. Auch die aktuelle Form von Fowler ist nicht gerade so, dass sich seine Wahl aufdrängen würde. Sollte er seine Form nicht steigern und dennoch ins Team kommen, könnte man dies als Beleg sehen, dass der Ryder Cup zum Marketing-Event degeneriert ist. Denn von der Publikumswirksamkeit gehört Fowler sicher zu den Hauptattraktionen. Sportlich muss er jedoch mit einem anderen Kandidaten kämpfen.

Dustin Johnson

Auch wenn Brandt Snedeker und Bo Van Pelt noch vor ihm liegen: Dustin Johnson wird einen Bonus bei Davis Love III erhalten aufgrund seiner langen Verletzungspause. Hinzu kommt, dass er beim letzten Ryder Cup bleibenden Eindruck hinterließ als er Martin Kaymer 6&4 vermöbelte (die Älteren werden sich erinnern: damals hat dies noch richtig was bedeutet). Auch ist Medinah eigentlich prädestiniert für Bomber wie Johnson, und da Love III ohnehin schon Bubba, Tiger, Mickelson und Keegan Bradley im Team hat, könnte er als Taktik darauf setzen, das Setup für Longhitter zu optimieren. Und da würde Johnson sicher in die Planung passen.

Wen also wird Davis Love III als vierten Mann nehmen? Stand heute würde ich auf Dustin Johnson tippen. Vermutlich jedoch wird dieser letzte Platz neben Mahan, Stricker und Furyk in den Gedankenspielen des US-Kapitäns bis kur vor Ultimo vakant bleiben. Es ist anzunehmen, dass er die ersten beiden Turniere um den FedEx-Cup tatsächlich zu einer Art Vorspielen deklariert. Wer von den beiden den besten Eindruck hinterlässt, wird gewählt. Und sollten vielleicht Brandt Snedeker oder Bo Van Pelt eines der Turniere gewinnen oder konstant bei beiden in der Spitzengruppe sein, könnten sogar sie noch eine Mini-Chance auf Medinah erhalten.

5 Comments

  • Golfwang sagt:

    „als er Martin Kaymer 6&4 vermöbelte (die Älteren werden sich erinnen: damals hat dies noch richtig was bedeutet)“ : Spitzenhumor.

  • Sense sagt:

    Linksgolfer du kannst manchmal echt böse sein *fg*
    Ich würde auf DJ tippen. Und das Fowler und Johnson in den Fed Cup Play-Offs zusammen spielen an den ersten beiden Tagen.

    Ich weiss, dass das ein Blog über das Ami-Team ist. Aber kannst du mal kurz was zu Carl Pettersson sagen, warum er nicht in der ET-Wertung ist. Und ob er ein WC bekommen kann?

    • Linksgolfer sagt:

      Pettersson hat keine Mitgliedschaft auf der European Tour, daher zählen seine Punkte nicht für die Listen. Wenn er jetzt die Mitgliedschaft noch annähme, würden die Punkte erst ab diesem Zeitpunkt gezählt.
      Für eine Wildcard ist dies jedoch kein Ausschlusskriterium, er dürfte also als Captain’s Pick gewählt werden. Das Problem: Die European Tour will sicherlich nicht, dass jemand, der nur in den USA spielt, Europa repräsentiert – auch wenn er mit seinem Punkten qualifiziert wäre. Hinzu kommt, dass Pettersson mittlerweile auch noch US-Staatsbürger ist (da er es erst nach seinem 18. Lebensjahr geworden ist, kann er aber nicht für die Amis spielen). Ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem Olazabal ihn wählt – auch wenn er sportlich eine Verstärkung wäre

  • Sense sagt:

    Gute aber Jsutin Rose war zumindest 2010 (nach der R2D Übersicht) auch nicht Mitglied der ET. Und er wurde trotzdem geführt bei der RC-Quali.

    Soll es echt nur an der Ami-Staatsbürgerschaft liegen?
    Oder hat er die schwedische Staatsbürgerschaft abgelegt?

    Ich glaube schon das Olazabal ihn gerne haben würde, vor allem da sie in den USA spielen. Aber kA ob er überhaupt für das EU Team spielen würde wollen. Und die feinen Herren der R&A wollen das mit Sicherheit überhaupt nicht.

    Was ist wenn Pettersson diese Woche gewinnt oder auch noch mehr Turniere?

  • Linksgolfer sagt:

    Doch, Rose war 2010 ET-Mitglied, hat aber die Membership im Oktober zurückgegeben.

    http://news.bbc.co.uk/sport2/hi/golf/9069852.stm

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