Week in Review: 12/10

Die jüngsten Gewinner der European Tour
Mit seinem Sieg beim Castello Masters hat Matteo Manassero einen neuen Rekord aufgestellt. Er ist der jüngste Gewinner eines European Tour Events. So weit, so bekannt. Doch wen hat er abgelöst? Dies sind die 8 Spieler, die vor ihrem 20. Geburtstag ein offizielles European-Tour-Event gewonnen haben.

  • 17 Jahre, 188 Tage: Matteo Manassero (2010 Castello Masters)
  • 18 Jahre, 213 Tage: Danny Lee (2008 Johnny Walker Classic )
  • 18 Jahre, 282 Tage: Noh Seung-yul (2010 Malaysian Open)
  • 18 Jahre, 290 Tage: Dale Hayes (1971 Spanish Open)
  • 19 Jahre, 121 Tage: Seve Ballesteros (1976 Dutch Open)
  • 19 Jahre, 149 Tage: Paul Way (1982 Dutch Open)
  • 19 Jahre, 176 Tage: Sergio Garcia (1999 Irish Open)
  • 19 Jahre, 273 Tage: Rory McIlroy (2009 Dubai Desert Classic)
  • 19 Jahre, 331 Tage: Aaron Baddeley (2001 Greg Norman Holden International)

Auf der PGA Tour gab es übrigens noch keinen Gewinner unter 20. Hier ist Phil Mickelson mit 20 Jahren und 205 Tagen der Jüngste. Den Titel jüngster Major-Sieger aller Zeiten kann Young Tom Morris für sich beanspruchen. Bei seinem Open-Sieg 1868 war er 17 Jahre und 176 Tage alt – 12 Tage jünger als Matteo Manassero.

Je oller, je doller
Einen Rekord am anderen Ende des Spektrums hätte es fast auf der LPGA Tour gegeben. Juli Inkster stand mit ihren 50 Jahren kurz davor als älteste Frau ein professionelles Golfturnier zu gewinnen. Ein Rekord, den bis dato Laura Davies mit 46 Jahren und 11 Monaten hält (auf der LPGA Tour steht Beth Daniel mit 46 Jahren und 8 Monaten in den Rekordbüchern). Doch mit einem Bogey am letzten Loch der LPGA Malaysia verspielte sie die Chance aufs Playoff und verlor gegen Jimin Kang aus Südkorea. Dennoch war es ein erfolgreiches Turnier für das amerikanische Damengolf. Mit ihrem achten Platz übernahm Cristie Kerr wieder die Spitze der Weltrangliste von Ai Miyazato.

Raus aus dem Loch
Die Scottish Open haben vielleicht den besten Termin im Kalender der European Tour. In der Woche vor der Open Championship reisen selbst die Spitzenspieler der USA zur Vorbereitung nach Europa und wollen sich akklimatisieren. Der Haken an der Sache: Die Open findet auf Linkskursen statt und die Veranstalter der Scottish Open fällten die bizarre, vom Kommerz getriebene Entscheidung ihr Turnier im super-exklusiven Loch Lomond abzuhalten – ein Parkland-Kurs. Resultat: Einige der besten Spieler, wie Tiger Woods und Padraig Harrington, meiden die Scottish Open um sich stattdessen auf echten Links-Kursen vorzubereiten. Und siehe da: Nach nur 15 Jahren haben die Veranstalter jetzt gemerkt, dass ihre Location vielleicht nicht ganz ideal ist. Möglichst schon nächstes Jahr, spätestens aber 2013 sollen die Scottish Open auf einem noch nicht näher benannten Links-Kurs stattfinden. Wenn dem so ist, wird der Schwede Johan Edfors wohl nicht teilnehmen. „Zwei Linksplätze in Folge könnte zuviel für einige Spiele sein“, jammerte er dem Daily Record in die Notizbücher. Wenig überraschende Stellungnahme von jemandem, der bei vier Open Championships drei Mal den Cut verpasste und 2006 in Loch Lomond gewann.

Die Comebacks der Senioren
Auf der Champions Tour gab es diese Woche gleich zwei denkwürdige Comebacks. Das erste gelang Fred Couples. Nach zwei Runden mit zwei Schlägen Rückstand auf Ryder-Cup-Kapitän Corey Pavin gestartet begann er den Tag mit zwei Birdies. Ein Eagle an der 6 brachte ihn zwischenzeitig an die Spitze, zwei Loch später schoss er sich mit einem Doppelbogey jedoch wieder raus. Doch auf den Back-9 startete dann die Couples-Show. Von der 11 bis zu 18 spielte Freddie 7 unter Par und setzte Pavin so unter Druck, dass dieser daran zerbrach. Im Schatten von Couples viertem Saionsieg ging ein anderes Comeback etwas unter. Nach der ersten Runde fand sich Langer auf dem viertletzten Platz wieder. Doch anders als einige Kollegen, die die Flinte streckten, gab Langer nicht nach der ersten Runde auf. Stattdessen spielte er sich mit zwei exzellenten Runden noch auf Platz 13 und verteidigte seine Führung im Charles-Schwab-Cup, den der Deutsche zum ersten Mal in seiner Karriere gewinnen will.

Die DQs des Wochenendes
Es wurde mal wieder viel disqualifiziert am vergangenen Wochenende. In Europa erwischte es ausgerechnet Jose-Maria Olazabal, der nach langer Verletzungspause wieder den Schläger in die Hand nahm, den Cut überstand und nach einer frustrierenden 78 in der Schlussrunde versehentlich für eine 77 unterzeichnete. Auf der PGA Tour erwischte es für das gleiche Vergehen Johnson Wagner, auf der Nationwide Tour Sean Dale. Dort vergaß Kelly Grunewald gar komplett zu unterschreiben und wurde mit dem Disqualifikations-Hammer bestraft. Ihm war es egal, er hatte den Cut ohnehin um einen Schlag verpasst. Die ungewöhnlichste DQ nahm allerdings ein Schüler hin, wie telegram.com berichtet. Matt Carville von der Auburn Highschool wurde disqualifiziert weil er auf den letzten zwei Löchern Musik auf seinem iPod hörte – sämtlichen elektronischen Geräte waren zuvor durch eine local rule verboten worden. Mit seinem Fauxpas verdarb er nicht nur seine eigenen Chancen, er verspielte den Platz seiner Chule im Landesfinale des Staates Massachusetts.

Tales from the Q-School
Oktober ist Q-School-Zeit. Vergangene Woche fanden die ersten fünf Erstrunden-Turniere statt und es mussten tatsächlich schon einige Golfer antreten, deren Namen man schon mal gehört hat. Knapp weiter ist beispielsweise der 19-jährige Tadd Fujikawa, der vor einigen Jahren auf der PGA Tour Furore machte und als Next Big Thing gehandelt wurde. Ein ähnliches Label bekam Danny Lee bei seinem Sieg auf der European Tour verpasst. Auch er hat die erste Runde überstanden. Weiter sind auch Josh McCumber, Neffe des zehnfachen PGA-Tour-Siegers Mark, Chris Baker, der 2010 auf der Challenge Tour einen Sieg einfuhr, der ehemalige U.S. Publik Links Champion Clay Ogden und Ex-European-Tour-Spieler Robert Dinwiddie. Zu den Qualifizierten gehört auch Tim O’Neal, ein Name, der nicht vielen etwas sagt, aber beispielhaft für die Q-School ist. 2000 stand er kurz vor der Tourkarte, brauchte nur ein Bogey am letzten Loch und spielte ein Doppelbogey. 2004 verpasste er den Sprung auf die PGA Tour aufgrund zweier verschobener Kurzputts. Jetzt also ein weiterer Versuch. Der ist für drei Spieler mit Beziehungen schon gelaufen. Sowohl Andrew Giuliani (Sohn des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters), als auch Mike Van Sickle (Sohn des Golfjurnalisten von Sports Illustrated) und Mario Tiziani (Schwager von Steve Stricker) verpassten den Sprung in die zweite Runde.

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