Week in Review: 19/2010

Lochverlust
Eine etwas kuriose Situation stellte sich bei der South African Open in Durban ein. Aufgrund starker Regenfälle stand das Grün von Loch 4, ein 165 Meter langes Par 3, unter Wasser. Weil das Turnier aufgrund der verschobenen ersten Runde ohnehin unter Zeitdruck war, entschieden sich die Turnierdirektoren Gary Todd und David Williams für eine ungewöhnliche Maßnahme: sie nahmen das Loch für die letzten zwei Runden aus der Wertung und ließen das Turnier folglich über 70 Loch spielen. Ein Novum in der Geschichte der European Tour – wenn auch nicht in der Geschichte des Golfsports. In den 60ern musste die Dutch Open verkürzt werden nachdem Apartheid-Gegner ein Grün zerstört hatten. Die Verkürzung eliminierte auch das Ergebnis von Ernie Els aus den Rekordbüchern. Mit 25 unter Par unterbot er seinen eigenen Turnierrekord zwar um ein Birdie, aufgrund der zwei fehlenden Löcher jedoch inoffiziell.

Ballverlust
Eine Disqualifikation der etwas anderen Art musste Rafael Cabrera-Bello bei der South African Open hinnehmen: Nach elf Bahnen der zweiten Runde ging ihm die Munition aus. Nach einem Bogey, einem Doppel-Par auf der 5, einer fetten 10 auf Bahn 7 und einem weiteren Bogey auf der 10 hatte er sage und schreibe zehn Bälle verloren. Elf hatte sein Caddie in die Tasche eingepackt und als der letzte auf Bahn 11 auch noch verschwand, war der Tag für den Spanier, der immerhin schon mal auf der European Tour gewonnen hat, gelaufen. Zwar gibt es beim Golf keine Maximalgrenze an Bällen, auf der European Tour ist jedoch die sogenannte One-Ball-Rule in Kraft nach der man die gesamte Runde mit genau dem Balltypen spielen muss, mit dem man sie begonnen hat. Weil Cabrera-Bello auf die Schnelle nicht seine Marke auftreiben konnte, musste er die Disqualifikation hinnehmen. Aber mal ehrlich: Bei +11 nach 10 Loch muss es ihm wie eine Erlösung vorgekommen sein.

Abstimmungsverlust
Martin Kaymer ist Sportler des Jahres. In England. Dort wurde das europäische Ryder-Cup-Team von der BBC als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Colin Montgomerie, dessen einzige Aufgabe es war einen Aufstellungsbogen auszufüllen und ein paar Betten auszuwechseln, bekam gleich auch noch den Titel als Trainer des Jahres verlieren. In Deutschland war Martin Kaymer nicht ganz so erfolgreich. Bei der Preisverleihung in Baden-Baden, wo der Mettmanner durch Abwesenheit glänzte (nach offizieller Auskunft des ZDF ist er in seinem Amerikaurlaub nur sporadisch zu erreichen wodurch die Aufzeichnung einer Videobotschaft an logistischen und organisatorischen Gründen scheiterte), musste er sich mit Platz drei hinter Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und Tischtennis-Europameister Timo Boll begnügen. Immerhin kann Kaymer behaupten, von 700 PS geschlagen worden zu sein während Graeme McDowell und Lee Westwood gegen gerade mal 1 PS unterlagen. Bei der Wahl zur Sports Personality of the Year verloren die beiden Golfer, die sich vermutlich gegenseitig die Stimmen klauten, gegen Jockey Tony McCoy.

Unschuldsverlust
Die finale Weltrangliste des Jahres steht fest. Und mit ihr weitere Qualifikanten für das Masters. Die Top 50 zum Jahresende erhalten automatisch eine Einladung für das erste Major des Jahres. 13 Spieler, die bisher noch nicht auf andere Art das Ticket nach Augusta gelöst hatten, dürfen schon mal die Kleidergröße für das Grüne Jackett ausmessen, darunter die Molinari-Brüder, Ross Fisher, Ryo Ishikawa, Yuta Ikeda, Sean O’Hair und Robert Karlsson. Für einige von Ihnen wird es sogar ein echter Debütanten-Ball. Hiroyuki Fujita, Peter Hanson, Charl Schwartzel, Kim Kyung-Tae und Rickie Fowler werden am 7. April erstmals die Magnolia Lane auf dem Weg zu einer Wettkampfrunde nehmen. In die Röhre schaut wie immer der 51. der Weltrangliste. Doch die Enttäuschung dürfte sich bei Henrik Stenson in Grenzen halten. Der Schweder ist für seinen Sieg bei der Players Championship 2009 ohnehin noch für das Masters qualifiziert.

Tourverlust?
Obwohl er beim letzten Turnier des Jahres nach einer Lasik-Operation aussetzen musste, konnte Noh Seung-Yul als jüngster Spieler überhaupt die Geldrangliste der Asian Tour für sich entscheiden. Der 19-Jährige nahm im Lauf der Saison etwa 623.000 Euro ein und schob sich in der Weltrangliste von 241 bis auf Platz 63 nach oben. Ob die Asian Tour den Koreaner im kommenden Jahr auch noch so oft zu sehen bekommt, wird sich allerdings erst noch zeigen. Mit seinem Sieg bei der diesjährigen Malaysian Open sicherte sich Noh auch die Spielberechtigung für die European Tour.

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