Week in Review: 8/10

Martin Kaymer ist die Nr.1
Mit seinem Sieg bei der KLM Open hat Martin Kaymer nicht nur seinen ersten Platz im Race to Dubai gesichert und seinem Ruf als derzeit heißester Golfer auf dem Planeten alle Ehre getan. Er hat sogar die Spitzenposition der Weltrangliste übernommen. Natürlich nicht offiziell, da stehen auch weiterhin Tiger Woods und Phil Mickelson trotz großem Formtief oben. Aber wenn man sich die Spalte „Point gained in 2010“ anschaut, ist Kaymer am verletzten Lee Westwood vorbeigezogen. Dies bedeutet, dass Kaymer die beste Ausgangsposition hat um der über zwei Jahre berechneten Weltrangliste 2011 die Spitzenposition zu übernehmen.

FU Colin Montgomerie
Erst ließ Paul Casey sportliche Tatsachen sprechen. Nach seiner Nicht-Nominierung für den Ryder Cup durch Colin Montgomerie holte sich Casey nicht nur fast die BMW Championship, er verbesserte sich in der Weltrangliste auf Platz 7 und ist jetzt drittbester Europäer. Dann nahm er sich den Käptn vor. „Ich kenne die Fakten“, wird Casey von Lawrence Donogan zitiert. „Ich weiß wie oft ich in Europa gespielt habe, verglichen mit Spielern, die genommen wurden.“ Eine Spitze, die ganz klar gegen die lachhafte Bevorzugung von Padraig Harrington gemünzt wurde. Der wiederum blamierte sich bei einer Pressekonferenz nach der Deutsche Bank Championship. Gefragt, ob er nach seinem Ausscheiden im FedEx-Cup-Rennen noch Turniere der European Tour spielen wird, antwortete der Ire: „Natürlich. Welche drei Turniere stehen an? Ich weiß das gar nicht, ich muss erst mal nachschauen.“ Soviel zur Loyalität zur European Tour.

Dustin staubt ab
Obwohl Dustin Johnson in diesem Jahr mit dem AT&T Pebble Beach Pro-Am schon einmal ein Turnier gewinnen konnte, hing ihm das Label des Versagers des Jahres an. Erst schoss er sich bei der U.S. Open in Führung liegend mit einer 82 ab, dann nahm er sich bei der PGA Championship mit seinem mentalen und schwungtechnischen Zusammenbruch an der 18 aus dem Spiel. Seine durchschnittliche Schlussrunde in 2010: 72,5 Schläge, alle anderen Runden absolvierte er im Schnitt unter 70 Schlägen. Seine letzte Finalrunde unter Par: am 23.Mai 2010. Doch das ist jetzt alles vergessen. Zwar dominierte Johnson in der Schlussrunde der BMW Championship nicht, aber am Ende machte er ausgerechnet an den letzten beiden Löchern den Sack dicht. Nicht schlecht für ein Nervenbündel.

Der Schuh drückt beim Ryder Cup
Wenn in zwei Wochen der Ryder Cup beginnt, hält die Queen ihre Hand auf. (natürlich nur metaphorisch, da natürlich der Staat Gebühren kassiert und schon lange nicht mehr das Königshaus) Nach einer neuen Verordnung müssen Sportler, die im Vereinigten Königreich antreten nicht nur ihre direkten Einkommen abtreten, sondern auch einen Anteil ihrer Sponsoreneinnahmen für die Zeit, in der sie sich auf der Insel aufhalten. Wie die Daily Mail berichtet kann dies auch für den Ryder Cup gelten. Zwar treten die Spieler dort in Uniform an, doch die endet beim Knöchel. Wenn also ein Spieler die Schuhe seines Sponsors trägt, greift Vater Staat zu. Leider wurde der Sprecher der Steuerbehörde nicht dazu befragt was passiert, wenn die Spieler die Insignien ihrer Sponsoren überkleben. Dann dürfte es eigentlich keine Handhabe geben.

Das harte Leben eines Journeymans
Golf ist manchmal nicht fair. Da holt sich Stephan Gross Jr. auf der Q-School die Karte für die European Tour un darf so gut wie nie dort spielen. Nun gut, er hat bei seinen wenigen Starts bisher auch nicht gerade durch Leistung auf sich aufmerksam gemacht. Aber eine Turnierplanung ist sicherlich nicht so leicht wenn man erst in letzter Sekunde erfährt wo man mitspielen darf. Bestes Beispiel war wieder einmal diese Woche. Da Gross nach dem Re-Ranking nur auf Position 31 seiner Kategorie geführt wird, sah es lange so aus als würde er keinen Platz bei der KLM Open bekommen (anders als der obskure Deutsche Kevin Berger, der sich dank Sponsoreneinladung in Hilversum vergnügen und den letzten Platz belegen durfte). Also entschloss sich Gross lieber bei der Kazakhstan Open der Challenge Tour zu spielen wo der Startplatz sicher war. Mit Platz 29 holte er ungefähr die Reisekosten rein. Bittere Ironie der Geschichte: Im Endeffekt wäre er als allerletzter Spieler doch noch in letzter Sekunde bei der KLM Open reingerutscht.

Das nenn ich mal eine Rente
Die Champions Tour hat am vergangenen Wochenende einen Abstecher nach Südkorea gemacht – und sich den Betriebsausflug reich belohnen lassen. Insgesamt drei Millionen Dollar wurden ausgeschüttet, 450.000 Dollar gingen an den Gewinner Russ Cochran. Zum Vergleich: Auf der European Tour erhielt Martin Kaymer nur etwa 380.000 Dollar für den Sieg. Und da wundert sich die European Tour noch, dass die Topstars nach Übersee gehen.

Wie läuft heiß
Michelle Wie wird so langsam zu der Spielerin, die sie schon vor Jahren hätte sein sollen. Nach dem zweiten Sieg ihrer Karriere ließ sie kurzerhand noch einen zweiten Platz bei der P&G NW Arkansas Championship folgen. Zwar verspielte sie in der Schlussrunde einen Vorsprung von drei Schlägen, aber Yani Tseng legte auch eine blitzsaubere 65 hin. Mit Birdies auf den letzten zwei Löchern sicherte sich Wie aber immerhin den alleinigen zweiten Platz. Und das alles immer noch trotz ihrer Doppelbelastung durchs Studium. Welcher studierende Golfer sonst kann von sich schon behaupten, die Nr. 7 der Welt zu sein?

Die Maschine stottert
Aufgrund seiner konstanten Spielweise nennen die Amerikaner Bernhard Langer ehrfurchtsvoll Maschine. Doch in der Finalrunder der Posco E&C Songdo Championship muss ihm jemand Zucker in den Tank getan haben. Nach zwei Runden noch auf Platz 13 gelegen, stolperte Langer zu einer 80 – sein letzter so hoher Score dürfte ein Weilchen zurückliegen. Noch ungewöhnlicher: Langer gelang kein einziges Birdie. Und wenn der Anhausener ein Loch versaute, dann so richtig. Das Bogey an der 5 war noch im Rahmen, aber es folgten Doppelbogeys an der 9 und 15, gekrönt von einem Triplebogey auf der 18 – die letzten beiden Par 5s. Seine 80 war die schwächste Finalrunde des gesamten Teilnehmerfeldes.

Tiger Woods muss aussetzen
Vor ziemlich genau 14 Jahren war Tiger Woods das letzte Mal nicht automatisch für ein offiziells Turnier der PGA Tour startberechtigt. Damals, im August, war er gerade Profi geworden und es dauerte bis zum Las Vegas Invitational im Oktober als er sein erstes Turnier gewann und sich damit die Tourkarte erspielte. Seither holte er sich jedes Jahr mindestens einen Turniersieg – bis heute. 2010 gewann er nicht ein einziges Turnier und verpasste durch seinen 15. Platz auch die Qualifikation für das Finale um den FedEx-Cup. Das erste Mal, dass Woods bei einem Turnier nicht aus freien Stücken zusieht.

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