Week in Review: Ausgabe 13/2011

April, April

Jedes Jahr am 1.April sind den Streichen Tür und Tor geöffnet. Vor allem die Medien überbieten sich dabei an absurdesten Geschichten – und jedes Jahr fallen wieder einige darauf hinein. Den Vogel was die Golf-Aprilscherze angeht, schoss 1999 das Golf Magazine ab. In der Mai-Ausgabe (die im April erschien) behaupteten sie, dass Augusta National die Exklusivität aufgibt und zu ausgewählten Zeiten Greenfeespielern Zutritt gewährt. Eine Welle von Anrufen prasselte auf die Zeitschrift und Augusta National ein, weswegen Golf Magazine einen Widerruf drucken musste. Ganz so spektakulär war es dieses Jahr nicht, aber die Einfälle waren sehr kreativ. Da war zum Einen die Geschichte, dass Jack Nicklaus mit Tigers Schwungcoach Sean Foley an einem Masters-Comeback arbeitet, die jedoch so ziemlich jeder als Aprilscherz durchschaute. Anders sah es aus bei Geoff Shackelfords Geschichte, dass Ian Poulter und Graeme McDowell wegen illegaler Telefonnutzung vom Masters ausgeschlossen wurden, was zumindest bei G-Mac für zahlreiche irritierte SMS und e-mails von Freunden und Kollegen sorgte. Der größte Coup gelang aber einem Deutschen aus Schweden. Der Exilgolfer schrieb über die neue Popularität von Nacktgolf in Schweden. Aufgrund der Zeitverschiebung glaubten einige in den USA die Geschichte sei am 31.3. erschienen und nahmen sie für bare Münze. Als Geoff Shackelford darüber berichtete, verzichteten alle anderen auf eigene Recherche und verbreiteten die Geschichte weiter. Dass es den Kalskog GK gar nicht gibt? Egal, da wird dann einfach der Karlskoga Golfklubbdraus gemacht. Der im Text angegebene General Manager Sven Nödtorftig wird zwar auf der Internetseite des Clubs nirgends erwähnt, aber sei’s drum. Genau wie die Tatsache, dass der Nachnahme des Managers auf deutsch mit Notdurft übersetzbar ist. Allerdings sollte der Exilgolfer, der sich im Kommentar bei Golf Girl’s Diary schon zu seinem Scherz bekannt hat, besser auch auf seiner Webseite aufklären. Ansonsten gebe ich der für ihre minutiöse Recherche bekannten Bild-Zeitung zwei Wochen bis sie es als Exklusivmeldung verkauft.

Phil überholt Tiger

Es ist vollbracht! Nach nur 14 Jahren und etwa 100 verpassten Chancen hat Phil Mickelson mit seinem Sieg bei der Houston Open endlich seinen Erzfeind Tiger Woods in der Weltrangliste passiert. Während der zuvor ebenfalls im freien Fall gewesene Mickelson wieder auf Platz 3 vorsprang, fiel Woods auf Platz 7 zurück, weil auch noch Paul Casey kampflos an ihm vorbeizog. Aber: Aufgrund von Woods wenigen Turnieren kann Tiger mit einem Masters-Sieg theoretisch wieder Nr.1 werden, während Paul Casey in keinem Fall an Kaymer vorbeiziehen kann, dessen siebenwöchige Herrschaft in der Weltrangliste beim Masters in allerhöchster Gefahr ist. Was Martin Kaymer jedoch keiner nehmen kann, ist ein besonderes Jubiläum. Zum 25-jährigen Bestehen der Weltrangliste am kommenden Mittwoch wird er von der Spitze grüßen.

Fritsch Watch

Dritter Start auf der European Tour, zweite Top-Platzierung. So langsam wird Florian Fritsch einem unheimlich. Sein elfter Platz bei der Trophée Hassan II brachte ihm sogar noch ein paar tausend Euro mehr ein als der achte Platz in Andalusien. Mit insgesamt 47.592 Euro Preisgeld hat er sich im virtuellen Re-Ranking jetzt noch einmal um 5 Plätze auf Rang 8 verbessert, was eine exzellente Ausgangslage für die Sommerturniere wäre. Die European Tour zieht jetzt erst einmal nach Asien weiter, was bedeutet, dass sie ohne Fritsch stattfinden, aber aufgrund der co-sanktionierten Turniere wird es auch kaum Startmöglichkeiten für seine Konkurrenten geben bevor dann in Spanien die letzten zwei Turniere vor dem Re-Ranking anstehen. Die Top 20 sollten für Fritsch aber schon halbwegs sicher sein, da er auf Platz 21 bereits 28.000 Euro Vorsprung hat. Wie wichtig es ist, in den Top 20 zu landen, zeigt Magnus Carlsson. Der rutschte diese Woche aus den ersten 20 raus und findet sich somit wieder auf seinem Ausgangsplatz 42 wieder, der halbwegs gleichbedeutend mit dem Ende der European Tour Karte für den Schweden wäre.

Das Kamerakind Bubba

Dass Bubba Watson ein Video-verrückter ist, dürfte mittlerweile allen bekannt sein. Wie weit er für eine Aufnahme geht (und wieviel Spaß es machen muss, ihn als Pro-Am-Partner zu bekommen) beweisen diese Bilder vom Pro-Am im Vorfeld des Arnold Palmer Invitational bei denen Bubba vollen Körpereinsatz als Kameramann zeigte. (zu Bubbas Video der Szene

Sister Lewis, Lewis, Lewis

Das erste Major des Jahres ist in den Büchern – zumindest bei den Damen – und endete mit einer Überraschung. Nicht nur, dass die Weltranglistenerste Yani Tseng auf der Zielgeraden noch von Stacy Lewis überholt wurde. Von der asiatischen Dominanz auf der LPGA Tour war bei der Kraft Nabisco Championship nicht viel zu sehen. 5 der ersten 6 Plätze waren fest in amerikanischer Hand. Dass am Ende Lewis die Oberhand vor etablierteren Landsfrauen wie Morgan Pressel oder Michelle Wie behielt, war aber eine Überraschung: schließlich hatte die bibeltreue, sozial engagierte 26-Jährige bis dato noch überhaupt kein LPGA-Turnier gewonnen. Damit ist sie nach Sandra Gal die zweite Debüt-Siegerin auf der LPGA in Folge. Die Deutsche konnte ihre gute Form der Vorwoche leider nur eine Runde halten, doch er exzellente Start reichte am Ende noch für einen sehr guten 15. Platz und eine erneute Verbesserung in der Weltrangliste auf Platz 37.

Der lachende Dritte

Drei Namen dominieren auf der Champions Tour: Bernhard Langer, Fred Couples und Tom Lehman. Mit Langer auf der Krankenstation und Couples auf der PGA Tour war das Feld frei für Tom Lehman. Mit vier Schlägen Vorsprung gewann der 52-Jährige die Mississippi Gulf Resort Classic, stellte in Runde zwei mit einer 64 einen Platzrekord auf und baute seinen Vorsprung im Rennen um den Charles Schwab Cup aus. Fast noch beachtlicher: Lehman blieb in allen drei Runden unter 70 Schlägen und baute damit seine Serie auf 12 aus (Mark O’Mearas Serie riss nach 11 mit einer 72 in der Schlussrunde). Lehman liegt damit nur noch eine 60er-Runde hinter dem ewigen Rekord von Hale Irwin zurück, den er 1999 aufstellte. Irwin, der 45 Mal auf der Champions Tour gewann, hat derweil sein Augenmerk auf einen anderen Rekord. Der 65-Jährige schaffte am vergangenen Wochenende mit seinem 7. Platz seine 200. Top-Ten-Platzierung und liegt damit nur noch drei hinter Bob Charles.

Die 10 heißesten Golfer auf dem Planeten

Diese Woche ist es etwas schwierig. 8 Spieler meiner letzten Top 10 waren diese Woche nicht aktiv, daher ist man verleitet Phil Mickelson aufgrund seiner Leistungen früherer Jahre gleich ganz nach vorne zu stellen. Aber auch wenn er der Top-Favorit für das Masters durch seinen Sieg geworden ist: Ein einziges gutes Turnier reicht nicht aus, um ihn ganz nach vorn zu hieven. Doch zusammen mit Steve Stricker, der ebenfalls wieder in Form zu kommen scheint, kehrt er in die Top 10 zurück.

  1. Nick Watney (-)
  2. Martin Kaymer (-)
  3. Luke Donald (-)
  4. Matt Kuchar (-)
  5. Phil Mickelson (new)
  6. Graeme McDowell (-1)
  7. Steve Stricker (new)
  8. Martin Laird (-2)
  9. Bubba Watson (-2)
  10. Paul Casey (-)

2 Comments

  • rebel sagt:

    Also Phil hat mich ja nach seiner langen Formkrise echt überrascht und wie es so aussieht – nicht nur mich. Auf alle Fälle wird es mit ihm in der Spitze wieder ein Stück bunter und auch spannender.

    bis denne
    rebel

  • Danke für die Blumen, wir hatten allerdings auch viel Spaß hier mit dem Scherz. Und mehr Besuche auf der Seite als sonst in einem ganzen Monat. Ich rechne ja noch fest mit der BILD, also sollte ich besser noch nicht aufklären. Mach ich vielleicht die Tage mal. Ansonsten fand ich Geoff am besten, einfach mal die beiden vom Masters auszuschließen, war eine tolle Idee.

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